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Die Ästhetik der Unterdrückten, den Kritischen Blick der Beteiligten auf ihre eigene Welt-Wahrnehmung, werden wir für unsere zukünftige Gesundheit brauchen:

Die „Ästhetik der Unterdrückten“ nach Augusto Boal

Die „Ästhetik der Unterdrückten“

Mit „Ästhetik“ meint Augusto Boal nicht, wie viele unserer Kunst-Sinnigen, die Schönheit, sondern die Wahrnehmung. Ästhetische Erziehung meinte auch hierzulande die gesellschaftlich Wahrnehmung, bis sie wieder auf Kunst als Markt reduziert wurde.

Ästhetik der Unterdrückten meint entsprechend die Wahrnehmung der Gesellschaft aus der Sicht „von unten“, wie sie von den (theologisch gesagt) „Ärmsten“ erlebt und gesehen und interpretiert wird.

Der „Mittelstand“ wundert sich zur Zeit öfter über „Hoffnungslosigkeit“, wie er sich schon länger über „Burn Out“ oder „Depressionen“ als persönliche Problematik schlecht fühlte.

Wenn ich heute zu vermitteln versuche, dass die ganze Gesellschaft in der Depression, oder ausgebrannt ist wie das Klima, bekomme ich erstaunte Reaktionen, denn alle haben wir gelernt, uns als kranke Einzelwesen zu definieren.

  • Gesellschaftskrankheiten wie der Wettbewerb, in Schule und Sport, um Einkommen, Mode, Schönheit und Leistung, die von den Einzelnen unreflektiert als Selbstverständlichkeit genommen werden, so lange sie nicht eine Subkultur nachhaltig in Frage stellen und kritisieren kann.
  • Gesellschaftskrankheiten wie die Verärgerung, die sich in Demonstrationen, Polizeiübergriffen und Straßenschlachten, wie in Hass-Tiraden auf Facebook und Twitter etc. abspielen,
  • Die Blindheit für chinesische Einflüsse und Übernahmen wird durch die Gier und den Wettbewerb des Kapitals aufrecht erhalten, in Anerkennung für das autoritäre System.
  • Die Blindheit für die Veränderungen der Lebensbedingungen durch immer mehr illusionäre Filme, Spiele, Untergangs-Szenarien aus biblisch-apokalyptischer oder hollywood-Mad-Max-Vorstellung, die jeweils unabwendbar sind oder durch Helden gemeistert werden.

Gesellschaftliche Wahrnehmungsübungen

In einer Theaterwerkstatt werden die Thesen der Anleitenden von den Teilnehmenden auf ihre eigene Erfahrung überprüft

Mythen-Tüten als Probelauf

(Geht jeweils auch an einem Forum-Gesprächsabend)

Die Sprüche der Eltern und Erziehenden auf Wirkung und Wirklichkeit überprüfen

Die Sätze der Moral zum Handeln der Politik und Wirtschaft ins Verhältnis setzen

100 Jahre Paulo Freire - Eine Erlebnis-Reihe

Augusto Boal hatte auf das Denken und die Pädagogik von Paulo Freire aufgebaut, der wie er, in Verfolgung und Exil zum Feindbild der brasilianischen Militärregierung geworden war.

und hier noch die Theorie-Ausformung

Thesen zum Workshop „Probe oder Echtzeit?“ — Thesen zur „Ästhetik der Unterdrückten“ aus kritisch-psychologischer Sicht


https://web.archive.org/web/20111129032453/http://forumtheater.wikispaces.com/%C3%84sthetik+der+Unterdr%C3%BCckten

Buch und Theorie von Augusto Boal, noch nicht in deutsch erschienen. Bei mir eine offene Baustelle, die ich gerne in werkstatt-Seminaren vorstelle.

Auch wenn die WeltSozialForum-Bewegung in Deutschland nicht richtig angekommen ist, weil die einzelnen Initiativen mit ihren Themen so sehr beschäftigt sind und unsere Arbeitsweisen zu differenziert sind: In all den Ländern, in denen nun nachhaltige Unruhen begonnen haben, zwischen Spanien und Griechenland die Müllkämpfe von Neapel … es ist eine Frage der Bildung und neuer Kommunikationsformen.

Die Presse sieht es nur per Facebook und Twitter, wie schon damals bei Obamas Wahlkampf, und kann eine Organisation wie Community Organizing nicht nachvollziehen. Die Initiativen und Projekte denken auch nicht in verbündeten Strukturen, sondern reproduzieren die Konkurrenz des Kapitalbetriebs um die Stunden der Engagierten. Daneben grast die Konservative mit den Wohlfahrtsverbänden bei den Älteren das bürgerschaftliche Engagement mit guten Taten bei guter Rente ab, Zusatzverdienste für Geringverdienende und Rentenarme sind nicht eingeplant.

Piraten organisieren ihre Datenströme, Bedingungsloses Grundeinkommen plant die Abschaffung des belastenden Sozial-Verwaltungsstaates, die FDP senkt die Steuerfähigkeit, die Grünen und SPD steigerten grade noch die Rüstungsexporte … wir landen eher im postmodernen Vielerlei der Konzentrationsverluste bei steigenden Konzernkonzentrationen … Die perfide Anleitung zur Manipulation eines Volkes hat Noam Chomsky schon zusammengestellt: <a href=„http://le-bohemien.net/2011/06/16/10-strategien-die-gesellschaft-zu-manipulieren/“>Gehirnwäsche</a>

Gleichzeitig können wir lernen, wie eine Gruppe zur Lernenden Organisation werden kann, wie eine Ästhetik der Unterdrückten zur gemeinsamen Stärke führt.

Die Ausführungen von Chomsky entsprechen dem Ansatz: http://le-bohemien.net/2011/06/16/10-strategien-die-gesellschaft-zu-manipulieren/

http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Die_%C3%84sthetik_der_Unterdr%C3%BCckten

Augusto Boal kämpfte in den letzen Jahrzehnten nicht mehr gegen Militärdiktaturen, sondern gegen die Vermüllung unserer Denksysteme.

Sein Buch ist noch nicht übersetzt, aber ich konnte einige Jahre seinen Gedanken folgen und sammle ein paar Assoziationen:

Jean Ziegler schreibt über die Wütenden und das Recht auf Leben:

„Und die Armen? Sie haben keine Ideologie mehr. Der Neoliberalismus hat ihnen das Gehirn leer gewaschen. Ihnen bleibt nichts als ein elementares, starkes Gerechtigkeitsgefühl, die unauslöschliche Forderung nach einem »Recht auf Leben« - eine Forderung, ähnlich den Beschwerden, die bei den Generalständen von 1789 die Allerärmsten unter den Mittellosen erhoben, all jene Elenden und Hungernden, die auf die Hinrichtung Ludwigs XVI. und die Radikalisierung der Revolution warten mussten, bevor sie die Bühne der Weltgeschichte stürmen konnten.

Man nannte sie die Enragés, die Wütenden. Einer ihrer ersten Wortführer war der Priester Jacques Roux, und er war es auch, der als Erster vom Recht auf Leben sprach.1 “

Der ehrliche Bezug auf die Menschenrechte (nicht als Begründung für Rohstoff-Befreiungskriege) als recht auf Leben, Nahrung, Wohnen außer den kapitalgeregelten Märkten ist noch nicht bei allen deformierten Denkstrukturen durchsetzbar: Wer nicht arbeitet, braucht auch nicht essen?

zur untergehenden Arbeiterkultur … „Die Arbeit wurde ihrer Würde beraubt, sie ist extrem gefährdet, aber gleichzeitig tun sich vor dem Erwerbstätigen schier unbegrenzte Möglichkeiten auf: Er wird im Laufe seines Lebens praktisch bruchlos von einem Beruf zum nächsten wechseln …“2

„Philippe Zarifian gibt von den real existierenden Individuen im Zeitalter dss weltweiten Siegeszuges des globalisierten Kapitals folgende Definition: »Kümmerformen von sozialen Wesen, anfällig, geschwächt, den großen Systemen Wirtschaft, Verwaltung, Justiz hilflos ausgeliefert.«3

Saint-Just und Salvador Allende, … Autonomie des Individuums, … »… Es gibt zwischen den Menschen gemeinsame Neigungen und Vorstellungen, die sich dies klarzumachen vermögen, insofern diese Neigungen in ihren sich überschneidenden Seelenregungen zueinander passen. Anstatt einander aufzuheben oder zu schwächen, verstärken sie einander und vermehren die Kraft jedes einzelnen und aller. Man darf daher vermuten, dass die Praxis der Großmut etwas Gutes ist.«4

Bewegungen wie MST, die brasilianischen Landlosen, denen der spätfeudale Großgrundbesitz immer noch die Äcker verweigert, jetzt, weil sie für Biosprit gebraucht werden könnten.

Großmut …

  • Die Fronten des Widerstandes:
  • 1.Gewerkschaften
  • 2.Bauernbewegungen
  • 3.Frauenrechte
  • 4.indigene
  • 5.Umweltbewegungen
  • 6.soziale Bewegungen attac, NGOs zu Schuldenerlass, Kinderarbeit,ai, …

South Group Network Harare? Das lebende Internet5

  • Basisdemokratie überall soziale Gleichgewichte Bewahrung öffentlicher Güter 247
  • Wenn sich die internationalen Waffenschieber wieder in München treffen
  • Kollektivgedächtnis lokal, indigen,
  • TINA und attac „unsterbliche Giganten“6
  • Weißkittel Tute Bianche
  • Weltsozialforen
  • Warnung an Hep?
  • Märsche, reclaim, 268 Alphabetisierung, Freire, MST 275
  • Beim Ökumenischen Kirchentag in München an den Empfang der Waffenschieber erinnern?

„Die Freiheit ist nur ein eitles Hirngespinst, wenn eine Klasse die andere ungestraft aushungern kann. Die Gleichheit ist nur ein eitles Hirngespinst, wenn der Reiche mithilfe seines Monopols über Leben und Tod seiner Mitmenschen entscheidet.“ Enragés 25. Juni 1793

Die „Ästhetik der Unterdrückten“ nach Augusto Boal

https://2016.ferienuni.de/files/Thesen-zum-Workshop-Probe-oder-Echtzeit.pdf

1.Die „Ästhetik der Unterdrückten“ nach Augusto Boal vertritt einen konsequenten Subjektstandpunkt und stellt Eigentums- und Machtverhältnisse in Frage.

2.Die „Ästhetik der Unterdrückten“ stellt offene Fragen an die betroffenen Subjekte (Protagonist*innen) und ihre Verbündeten. Sie verfolgt eine forschende Haltung im Sinne der Selbstbestimmung der Subjekte.

3.Die „Ästhetik der Unterdrückten“ pflegt eine parteiliche Position für unterdrückte Menschen und Gruppen. Das Prinzip der Solidarität hat Priorität.

4.Die „Ästhetik der Unterdrückten“ behauptet: Jeder Mensch ist ein/e Künstler*in. Künstlerische Handlungen fördern den subjektiven Ausdruck. Jeder Mensch hat das Recht und die Fähigkeit künstlerisch aktiv zu sein. Kunst gehört in die Hände der Menschen.

5.Künstlerische Strategien sind ein Bildungserlebnis, forcieren das Lernen und dienen der Erkenntnis. Sie werfen die Frage nach Handlungsproblematiken auf und setzen die Holzkamp’sche Lernschleife in Gang. 6.Die „Ästhetik der Unterdrückten“ zielt auf kollektive Handlungsprozesse und erfragt die subjektive Beteiligung an Eigentums- und Machtverhältnissen.

7.Die Kritische Psychologie stellt der „Ästhetik der Unterdrückten“ ein theoretisches Fundament zur Verfügung, während die „Ästhetik der Unterdrückten“ der „Kritischen Psychologie“ praktische Erkenntniswerkzeuge bietet.

8.Die „Ästhetik der Unterdrückten“ nimmt Brecht’s dialektische Dramaturgie zum Ausgangspunkt und reicht sie den marginalisiertenSubjekten für Kopf und Hände.

9.Die „Ästhetik der Unterdrückung“ entwickelt sich international und divers.10.Die „Ästhetik der Unterdrückten“ gestaltet sich in kritischer Auseinandersetzung zu chauvinistischen Ideologien der Identitätsbildung, des Geschichtsbewusstseins und der Geschlechterkonstruktion.

Literatur:

  • Augusto Boal (2004, 1976): Theater der Unterdrückten/ Übungen und Spiele für Schauspieler und Nicht-Schauspieler (Übersetzung: Henry Thorau), Frankfurt/Main .
  • Augusto Boal (2013): Übungen und Spiele für Schauspieler und Nicht-Schauspieler (Übersetzung: Till Baumann), Frankfurt/Main.
  • Augusto Boal (2013): Hamlet und der Sohn des Bäckers. Die Autobiographie, (Übersetzung: Birgit Fritz) Wien.
  • Augusto Boal (2006): The Aesthetics of the Oppressed (Übersetzung:Adrian Jackson), New York/USA.
  • Augusto Boal (2005, 1995): Regenbogen der Wünsche, Methoden aus Theater und Therapie, (Übersetzung: Christa Holtei), Lingen, New York/USA.
  • Daniel Feldhendler (1992): Psychodrama und Theater der Unterdrückten, 2. Aufl. Frankfurt/M..
  • Birgit Fritz (2013): Von Revolution zu Autopoiese. Auf den Spuren Augusto Boals ins 21. Jahrhundert. Das Theater der Unterdrückten im Kontext von Friedensarbeit und einer Ästhetik der Wahrnehmung, Stuttgart.
  • Frigga Haug (1977): Erziehung und gesellschaftliche Produktion: Kritik des Rollenspiels, Frankfurt/M., New York/USA.
  • Klaus Holzkamp (1995): Lernen. Subjektwissenschaftliche Grundlegung, Frankfurt/M. New York/USA.
  • Klaus Holzkamp (1978): Kunst und Arbeit. Ein Essay zur therapeutischen Funktion künstlerischer Gestaltung, in: Klaus Holzkamp: Gesellschaftlichkeit des Individuums. Aufsätze 1974 – 1977, Reihe: Studien zur Kritischen Psychologie, Köln, S. 17-39.
  • Klaus Holzkamp (1978, 1976): Sinnliche Erkenntnis. Historischer Ursprung und gesellschaftliche Funktion der Wahrnehmung, 4. Aufl. Königsstein/Ts., Frankfurt/M.
  • Gerd Koch (1995): Theatralisierung von Lehr-Lernprozessen, Milow.Gerd Koch, Reiner Steinweg, Florian Vaßen (Hg.) (1983): Assoziales Theater. Spielversuche mit Lehrstücken und Anstiftung zur Praxis, Köln.
  • Bernd Ruping (1993): Gebraucht das Theater! Die Vorschläge Augusto Boals. Erfahrungen, Varianten, Kritik, 2. Aufl., Münster, Hamburg.
  • Reiner Steinweg (1972): Das Lehrstück. Brechts Theorie einer politisch-ästhetischen Erziehung, Stuttgart.Helmut Wiegand (1999): Die Entwicklung des Theaters der Unterdrückten seit Beginn der achtziger Jahre, Stuttgart.
  • Tim Zumhof (2012): Pädagogik und Poetik der Befreiung. Der Zusammenhang von Paulo Freire‘s Befreiungspädagogik und Augusto Boals „Theater der Unterdrückten“, Münster.

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