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Nachhaltig Lernende Organisationen sind Einrichtungen und Betriebe, die eine Kommunikationsform der Mitarbeitenden-Orientierung mit guten Kunden-Kontakten zur Qualifizierung der eigenen Arbeit entwickeln.

Eine Lernende Organisation lernt nicht nur in einzelnen Mitarbeitenden, sie schaut auf die Gesamtheit und auf ihre Kunden-Orientierung, die zukunftsfähig weiter zu entwickeln ist, nicht nur am aktuellen Erfolg.

Diese Orientierung von Organisationen kommt aus den USA, in deren Kreisen nach Beteiligungsformen gesucht wurde, die aus der Arbeit bei Paulo Freire abgeleitet wurde.

Paulo Freire war viele Jahre seines Exils aus Brasilien beim Weltkirchenrat in der Schweiz für die afrikanischen Länder zuständig, wo er nicht nur Alphabetisierung und Bewusstseinsbildung in der entwicklungspolitischen Arbeit der Kirchen verankerte, sondern auch beteiligungsorientierte Zusammenarbeit.

Freire's Pädagogik drehte die Richtung um:

Nicht die lernbereiten Kinder mit vorgefertigtem Wissen abfüllen, bis sie es in Prüfungen wieder rauskotzen, sondern den Lernprozeß begleiten und gemeinschaftliches Forschen einüben, das Weiterfragen kann, als mein eigener Horizont ist.

Das kann weitergehen bis zu gemeinschaftlichen Zukunftswerkstätten

https://www.facebook.com/LernendeOrganisation/

https://sites.google.com/site/fritzletsch/home/lernende-organisation

Von Paulo Freire zur Lernenden Organisation

Diese Entwicklung hat vor allem in den USA stattgefunden, dort ist die Adaption seiner Gedanken etwas langsamer, aber langfristiger dann auch an den Universitäten angekommen.

Was Paulo Freire in Brasilien mit der Pädagogik der Unterdrückten begann, verbreitete sich anfangs der 70er Jahre an unseren Hochschulen auf hektografierten Blättern, bis die ersten Bücher erschienen: 1976 in Hamburg.

In Deutschland wurde die Erinnerung an die uralte Schul-Reform-Debatte davon ziemlich angeregt, Ivan Illich und andere legten nach, (Schafft die Schule ab!) aber Paulo Freire blieb im Marxismus-Verdacht, und die Reformschule blieb auf wenige eher private Projekte eingegrenzt.

Als 1994 Flavia Mädche in München zu Paulo Freire promovierte, und er gerade in der Stadt war, vermieden Kultusminister und Rektor, den kleinen Herren mit 35 Doktorhüten bei der Promotion zu begrüßen. Kann Lernen wirklich Freude machen? Nein, Bayern ist noch nicht bereit dazu.

Auch das ForumTheater von Augusto Boal wurde nur in den verbandlichen Strukturen aufgenommen, die offiziellen Einrichtungen mussten 1988 das Theater der Unterdrückten noch als Aktionstheater anbieten, damit der CSU-lastige Präsident des Bayrischen Jugendrings nicht aufmerksam wurde.

Entsprechend blieb das Legislative Theater, das den Dialog des neuen Theaters der Politik zur Verfügung stellen will, im Europäischen Raum auf wenige Versuche begrenzt.

Bewusstseinsbildung, die Verbindung zwischen forschendem Denken und emanzipatorischem Handeln, das aus den Fragestellungen logisch abzuleiten ist, ist unserem Lehren und politischen Handeln fremd geblieben.

Innovation bleibt blindes Tasten, wenn die Richtung fehlt:

Zur nachhaltig Lernenden Organisation werden!

Der erste Impuls gegen jeden Veränderungsdruck ist die Verteidigung. Diesen Impuls erkennen und nutzen, kann uns darüber hinaus bringen.

Veränderungsdruck

Finanzkrise und Klimawandel, Altern und Gesundheitsfragen, alles fordert uns ständig neue Stellungnahmen ab, für die wir meist nicht genügend vorbereitet sind. Meist meinen wir, alles selbst regeln und verstehen zu müssen, sollten aber Fachleute zu Rate ziehen.

Nicht-Lernende Firmen

Eine typische Berater-Sparfunktion: Die Telekom lagert den Kundenservice in Callcenter aus, Warteschleifen und inkompetente Telefonisten können weder Kundendienst leisten noch qualifizierte Rückmeldungen an die Auftraggebenden und Herstellenden geben. Die Kunden gehen, die Firma erfährt nicht, was sie besser machen könnte. Die nächsten Experten machen Umfragen …

Lernende Organisation

Längst gibt es gute Wege, eine Einrichtung zur Lernenden Organisation zu machen, die aus jeder Reklamation lernt, die Kundenwünsche zu Innovationen verarbeitet, doch regen sich sofort auch die Beharrungskräfte. Nicht selten sitzen die Motive gegen Beteiligung und Kundenwünsche in den Leitungsfunktionen, werden durch hierarchisches Denken in den unteren Bereichen aufgeblasen und übererfüllt.

Der Weg zur Lernenden Organisation

Bestandsaufnahme der Beteiligten in allen Kommunikationen: Auftraggebende, Kunden, Gesprächspartner … Kommunikationen regeln, einladen, … speichern, abstimmen. Studien-und Regelkreise der diversen Kommunikationen rhythmisieren, Beteiligung regeln, Informationsflüsse.

Der Weg zur nachhaltig Lernenden Organisation

Eine langfristig denkende Organisation entwickelt alle ihre Mitarbeitenden zu ihren besten Möglichkeiten, gibt nicht nur gefühlte Beteiligungsstruktur, sondern regelt in flacher Hierarchie alles dort, wo die höchste Dichte an Kompetenz sitzt.

Dafür brauchen die wirklich Verantwortlichen eine klare Struktur der Informationsweitergabe, mit der sie die Entscheidungen der verschiedenen Bereiche mitsteuern.

Zukunftswerkstätten können für Entwicklungen, Trends und Wünsche sensibilisieren, kritische Entwicklungen frühzeitig einschätzen und „den Kunden die möglichen nächsten Wünsche“ von den Augen ablesen.

Kommunikations-trainierte Mitarbeitende können gesellschaftliche Veränderungen geordnet verarbeiten und sofort lösungsorientiert reagieren.

Ein schönes Beispiel: http://Semco.br

Weltweit starren Manager fassungslos auf die Firma Semco: Was dort passiert, widerspricht allem, an was sie glauben. Die 3000 Mitarbeiter wählen ihre Vorgesetzten, bestimmen ihre eigenen Arbeitszeiten und Gehälter. Es gibt keine Geschäftspläne, keine Personalabteilung, fast keine Hierarchie.

Alle Gewinne werden per Abstimmung aufgeteilt, die Gehälter und sämtliche Geschäftsbücher sind für alle einsehbar, die Emails dafür strikt privat und wie viel Geld die Mitarbeiter für Geschäftsreisen oder ihre Computer ausgeben, ist ihnen selbst überlassen.

Respekt als Erfolgsrezept

http://www.sein.de/gesellschaft/neue-wirtschaft/2010/die-befreiung-der-arbeit-das-7-tage-wochenende.html

Vorstellung des neuen Konzeptes für den Bereich IT und Lernen: Barcamp Bodensee in Konstanz beim Barcamp Bodensee, Hochschulen München: Bildungscamp München mit Forum-Theater

Stiftung und Arbeit Stuttgart: Projekte neuer selbstbestimmter Arbeit

Eine Einrichtung, eine Gruppe oder ein Betrieb können ihre innere Kommunikation dazu weiterentwickeln, von der Mitarbeitenden-Identifikation zur Kundenorientierung durch innere Strukturen ständig selbst weiterzulernen und dadurch alle Zufriedenheiten und Erfolge zu erhöhen.

Theater-Methoden machen Dialoge knapp und präzise, Open Space-Regeln und Zukunftswerkstatt öffnen Dimensionen des Zusammenwirkens über den Tag hinaus.

Im Gegensatz zu allerlei Beratungen und Beteiligungsprozessen wird die Methodik bei den Mitarbeitenden selbst verankert, die schließlich das wichtigste Kapital einer Einrichtung sind.

Sie selbst sollen alle Dialoge steuern können, und von eigenen Fortbildungen bis zur von außen geleiteten Zukunftswerkstatt für langfristige gemeinsame Perspektiven selbst alle Dialoge steuern.

Dazu gehören mit der Zeit alle Beteiligten eines Systems: Leitung und Auftraggebende, Mitarbeitende aller Bereiche, Kunden und mögliche neue Interessenten.

Lernende Organisation wurde als Konzept von Peter Senge aus den Grundlagen Paulo Freires entwickelt, die Theater-Methoden kommen aus dem Theater der Unterdrückten von Augusto Boal, die Zukunftswerkstatt wurde von Robert Jungk zur Demokratisierung unserer Zusammenarbeit entwickelt.

Aus der Gestalttherapie übernehmen wir dazu die Praxis der genaueren Wahrnehmung, des Kontaktzyklus und vieler Grundlagen der Supervision.

Das Bierspiel des MIT als Beispiel http://de.wikipedia.org/wiki/Lernende_Organisation

methodische und konzeptionelle „Haltegriffe“ zu Freires Arbeiten sind:

Begriffe sind die Griffe, um die Welt zu verändern

  Begriffe sind für Dich Griffe, mit denen unterschlagene Wirklichkeit öffentlich gemacht wird. 
  Oskar Negt zu Peter Grohmann https://www.die-anstifter.de/2012/10/oskar-negt-begriffe-sind-griffe/

Bewusstseinsbildung, Volkserziehung, Bankierserziehung,

generative Themen, thematisches Universum, Dialog,

Aktion-Reflexion-bessere Aktion, Kultur des Schweigens, kulturelle Invasion

In einigen Projekten der katholischen Landjugend und der Grünen in Österreich hatten wir die Arbeit an den Mythen unserer Erziehung gearbeitet und eine große Mythentüte zusammen gesammelt,

in einer Tagung der Paulo-Freire-Gesellschaft in Potsdam ?1995? hatten wir die Ost-Adaption von Freire's Gedanken mit den westlichen Entwicklungen verglichen,

in der Berliner Tagung 1999 hatten wir die Spuren der Lern-Autonomie in unserem eigenen Lern-Erleben zu Lern-Biografien ausgetauscht und zusammengefasst.

Vor vielen Jahren begannen wir diesen Wikipedia-Eintrag

Die Inhalte der „[[Pädagogik der Unterdrückten]]“

Paulo Freire gilt heute als der bedeutendste Volkspädagoge der Gegenwart. Er setzte Alphabetisierungs-Kampagnen in den Slums und Landarbeitersiedlungen Brasiliens durch.

Mit dem von ihm entwickelten Alphabetisierungs-Konzept war es möglich, innerhalb von 40 Unterrichtsstunden lesen und schreiben zu lernen. Er wollte damit aber nicht nur erreichen, dass die Menschen rein das Lesen und Schreiben beherrschen, sondern sah den Prozess der Alphabetisierung und der Bildung als unabdingbares Mittel zur Selbstbefreiung.

Er selbst bezeichnete sich als Radikalen und forderte Radikalisierung, da diese in Zusammenhang mit kritischem Geist immer schöpferisch wirkt. Freire teilte die Gesellschaft in Unterdrücker und Unterdrückte ein, wobei die Bevölkerungsmehrheit die Seite der Unterdrückten darstellt und die wenigen Herrscher, die Eliten, die Position der Unterdrücker einnehmen.

Quelle und mehr in http://fritz-letsch.eineweltnetz.org/paulo-freire-1921-1997

Weiterführende Literatur:

mehr und auch Termine wie fachliche Mailing-Gruppen im Internet

Zur Pädagogik der Unterdrückten

Paulo Freire: Pädagogik der Unterdrückten FISCHER TB

Heinz Schulze: Befreiung und Menschlichkeit, Texte zu Paulo Freire, AG SPAK München 1991

Paulo Freire: 1) Unterdrückung und Befreiung 2) Bildung und Hoffnung 3) Pädagogik der Autonomie Waxmann-Verlag 2007

Zum Theater der Unterdrückten

Augusto Boal: Theater der Unterdrückten, SUHRKAMP Neue Folge 361, Frankfurt 1989

Augusto Boal: Der Regenbogen der Wünsche, Methoden aus Theater und Therapie, Kallmeyer

Fritz Letsch: Theater macht Politik, Die Methoden des Theater der Unterdrückten in der Bildungsarbeit, Gautinger Protokolle im Institut für Jugendarbeit des BJR, Germeringerstr. 30, 82131 Gauting jetzt bei http://www.agspak-buecher.de

http://befreiungsbewegung.fairmuenchen.de/aufklaerung-neu-beginnen/

Eine Powerpoint-Zusammenstellung

lernende_organisation.txt · Zuletzt geändert: 2020/02/23 13:13 von fritz