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paul_goodman

„Fast alle Dummheit ist eine Verteidigung“

mit Paul Goodman beginnt Marianne Gronemeyer ihren Artikel „Aufgewacht aus dem Tiefschlaf“ Von der Unzufriedenheit zum Protest im Kursbuch 50 von 1977 auf S.81-98

Paul Goodman hatte die beiden früheren Psychoanalytiker aus Berlin, Laura und Fritz Perls, die dort von Wilhelm Reich politisiert waren, mit seiner radikalen Kultur- und Schul-Kritik in ihrem südafrikanischen Exil sehr angesprochen.

Mit dem Wechsel in die USA und in ihrer Ausformulierung der Gestalttherapie half er deutlich mit, die Ausgangslage zu beschreiben, auf der die GESTALT als neue Methode definiert wurde:

Mit dem Hintergrund der Gestalt- und Existenzial-Philosophie, mit der zugewandten Art der neuen Behandlungsmethoden, die gemeinsames Forschen zu Hintergründen und Ursachen von Problematiken und Störungen ermöglichten.

Paul Goodman war selbst nicht Analytiker, sondern Pädagoge: https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Goodman in der dt. Wikipedia fehlt sogar seine Mitarbeit am ersten Gestalt-Buch, https://en.wikipedia.org/wiki/Paul_Goodman_%28writer%29 die englische ergibt sehr viel mehr Werke, er hat die Beat-Generation (Borroughs, Allen Ginsberg, …) und viele andere Schriftstellende, wie Susan Sontag sehr beeinflusst.

Sein Anarchistisches Manifest brachte seine Gesellschafts- und Schulkritik (Aufwachsen im Widerspruch ist die deutsche Ausgabe von „Growing up absurde“ in eine positive Form.

Paul Goodman zum 100. Geburtstag: http://befreiungsbewegung.fairmuenchen.de/aufwachsen-widerspruch-paul-goodman-9-9-1911-mitbegruender-gestalttherapie-usa-19361902/

Aufwachsen im Widerspruch: Growing up absurd: Paul Goodman

Growing up absurd: Paul Goodman brachte es auf den Punkt

Sein Buch „Growing up absurde“, in deutsch als „Aufwachsen im Widerspruch, über die entfremdung der jugend in der verwalteten welt“ in den 60er Jahren im verlag der darmstädter blätter erschienen, beschreibt die Widersprüche zwischen den idealistischen Ideen und den brutalen Situationen, die das amerikanische, die auch unser Schulsystem scheinbar mühelos meistert.

Mühelos? Nein. Notfalls gewaltsam.

Die 50er Jahre waren in Deutschland Wiederaufbau in zweierlei Richtung. Zerstörte Städte und zerstörte Strukturen, auch der „Staatspartei“. Im Osten eine andere Ordnung und Idee, im Westen bald wieder die alte Seilschaft.

Die neue Machtstruktur unter Adenauer verharmloste, verschwieg, deckte, baute den Geheimdienst und bald darauf die Bundeswehr mit alten Reichswehrkräften auf, mit einer Justiz, die sich selbst von allen Verbrechen freigesprochen hatte, „das was doch alles die SS“.

Goodman beschreibt die Jugend seiner Zeit in den USA: Beatniks, Kriminelle, das Versagen des alten direktiven Schulsystems. http://befreiungsbewegung.fairmuenchen.de/aufwachsen-im-widerspruch-growing-up-absurd-paul-goodman/ === über die entfremdung der jugend in der verwalteten welt ===

Was Paul Goodman für die USA der 50er Jahre beschreibt, gilt auch noch für unsere Zeit:

Das Gefühl der Sinnlosigkeit ist der Anfang der jugendlichen Kriminaität – Julian Huxley Die früh Resignierten

Was damals für Goodman die „Beatniks“ waren, sind heute die „Gängster“ der diversen HipHop-Stile, die tief hängenden Hosen der nachgeahmten Knackis wie die löchrigen Hosen … Die vorzeitigen Fatalisten

wären heute mit den Opfern der jahrelang verweigerten Integration von Migrierten gleich zu setzen, die nun in subkulturelle Gags und Religiösitäten driften …

Die fehlende Gemeinschaft

„Der Nutzen der Geschichte, pflegte Benjamin Nelson zu sagen, ist, die erfolglosen Bestrebungen der Vergangenheit vor dem Vergessen zu bewahren. Geschichte ist besonders wichtig, wenn jene erfolglosen Bestrebungen uns in der Gegenwart als unerledigte Angelegenheiten plagen.“

„Die verpassten Revolutionen, die wir geerbt haben“ Goodman S. 314 wie SDS und weathermen

paul_goodman.txt · Zuletzt geändert: 2020/03/21 01:35 von fritz