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Der Regenbogen der Wünsche

Dies ist ein Interview mit Augusto Boal, das Buch:

Rainbow-Techniken im Theater der Unterdrückten:

„Nach mehr als 30-jähriger Praxis des „Theater der Unterdrückten“, das in zahlreichen Ländern erprobt wurde, gilt sein Begründer Augusto Boal heute als der international bedeutendste Theaterpädagoge unserer Zeit. Sein grundsätzliches Theaterverständnis, seine frühen Methoden des „Statuen-“, „Zeitungs-“, „Forum-“ und “Unsichtbaren Theaters„ sowie die neueren Techniken, die in diesem Buch vorgestellt werden, haben immer noch einen nachhaltigen Einfluss auf die europäische Theaterpädagogik.“ https://www.schibri.de/978-3-937895-18-5/der-regenbogen-der-wuensche?number=978-3-937895-18-5

Mit Bildern und dem Interview-Start:

Ein Mythos zwischen Politik und Theater

by Adriana Lessa, Übersetzung Fritz Letsch https://kritische-praxis.blogspot.com/2021/02/augusto-boal-ein-mythos-zwischen.html

So, I started to understand these other kind of oppressions and to develop all the techniques to help those people, like:

So begann ich, diese anderen Arten der Unterdrückung zu verstehen und alle jene Techniken zu entwickeln, um diesen Leuten zu helfen, wie:

The Rainbow of Desire (when you have a strong desire, but it`s not very simple. For example: you love, but you also hate and fear. So, we decompose all these feelings, change them into images and work with them),

Der Regenbogen der Wünsche (wenn du einen starken Wunsch hast, aber er nicht so einfach zu verwirklichen ist. Ein Beispiel: Du liebst, aber ebenso hasst du, und hast Angst. So zerlegen wir all diese Gefühle, verwandeln sie in Bilder und arbeiten mit ihnen.

Le flic dans la tête (A Cop in the Head: you want to do something, no one prohibits you, but you prohibit yourself), and others. We change these techniques into theatrical ones and do what we call the spect-actors: we improvise one scene, and people participate. Polizisten im Kopf

Der Polizist im Kopf:

Du möchtest etwas, niemand hindert dich daran, aber du verbietest es dir selbst; und andere. Wir übertragen diese Techniken in die Theaterarbeit und machen damit etwas, was wir Zu-Schau-Spieler nennen: Wir improvisieren eine Szene und die ZuschauerInnen beteiligen sich daran.

Then, we take the particularities and modify into a generality. In the technique The Rainbow of Desire, what matters is subjectivity. The Forum Theatre, for example, is just the opposite: it`s worried about objectivity.

Dann nehmen wir die Einzelteile und modifizieren sie zu einem generellen Bild. In der Technik des Regenbogen der Wünsche geht es um Subjektivität. Beim Forum-Theater ist es genau umgekehrt: Es bemüht sich um Objektivität.

TNM: The Rainbow of Desire (the book) was published in other countries? Boal: Yes. Seven years ago, in French. After some time, I published the English version (2 years ago). Then we had the Italian version and now the Portuguese one. The Portuguese is the translation of the English version, so it`s more up to date. I will publish, now, a new book called Legislative Theatre, to tell all my experience with politics and theatre together. And the first version will have a lot of holes with questions for the reader to tell what what he/she thinks.

TNM: Der Regenbogen der Wünsche (das Buch) ist bereits in anderen Ländern veröffentlicht? Boal: Ja. Vor sieben Jahren in Frankreich. Nach einiger Zeit veröffentlichte ich ich die englische Version (1995 bei Routledge in London / New York, übersetzt von Adrian Jackson, FL). Dann hatten wir eine italienische Ausgabe, und jetzt eine portugiesische. (…) Ich will jetzt ein neues Buch, „Das Legislative Theater“ veröffentlichen, um meine gemeinsamen Erfahrungen mit Politik und Theater vorzustellen. Die erste Fassung wird eine Menge freier Stellen mit Fragen an die LeserInnen und für ihre Gedanken haben. „Don`t call your work Theatre of the Oppressed if it is not“!

THEATRE OF THE OPPRESSED

TNM: You discovered different kinds of opression all over the world. But are the reactions to the Theatre of the Oppressed also different? Boal: The oppressions are different in each form, but they exist in almost all the places. For example: the racial opression exists in Germany against the Turkish, in France it`s against the Arabic, in Sweden against the Greeks, in Finland against the Italians. Racism, poverty and opression against women you see all over the world.

TNM: Sie haben verschiedene Arten der Unterdrückung in der ganzen Welt kennengelernt. Sind die Reaktionen auf das Theater der Unterdrückten ebenso unterschiedlich? Boal: Die Unterdrückungen sind in jeder Situation verschieden, aber sie sie finden an fast allen Orten statt. Rassistische Unterdrückung existiert zum Beispiel in Deutschland gegen die Türken, in Frankreich gegen die Araber, in Schweden gegen die Griechen, in Finnland gegen die Italiener. Rassismus, Armut und Unterdrückung gegen Frauen finden Sie auf der ganzen Welt.

Basically, The Theatre of the Oppressed is a liberation for the spectators. At the moment that they understand that they can act, but they are not obligated to do so, they become very happy. This is already a broken rule, cause in theatre, you generally sit down and stay quiet, don`t participate. It`s like a lay person that prays the mass in the place of the priest. God would certainly accept a wrong mass.

Grundlegend ist das Theater der Unterdrückten eine Befreiung für die ZuschauerInnen. In dem Moment, in dem sie verstehen,daß sie agieren können, aber nicht dazu gezwungen sind, werden sie sehr glücklich. Das ist schon eine gebrochene Regel, denn im Allgemeinen setzt man sich im Theater und bleibt leise, macht nicht mit. Es ist wie eine weltliche Person, die in der Messe an der Stelle des Priesters betet. Gott würde bestimmt eine solche Messe annehmen.

When someone discovers that he/she can do whatever another person does, the reaction is always very good. At this moment, we notice how we are educated in an authoritarian way: „don`t do this, don`t do that, you`re too young, too old, you`re a man, you`re a woman“. So, when people CAN do, the reactions are very positive and emotional.

Wenn jemand entdeckt, das er / sie auch kann, was Andere tun, ist die Reaktion immer sehr gut. In diesem Moment bemerken wir, daß, wir in autoritärer Weise erzogen sind: „Tu dies nicht, tu jenes nicht, du bist zu jung, zu alt, du bist ein Mann, eine Frau“. Wenn Leute KÖNNEN, sind die Reaktionen sehr positiv und gefühlvoll.

At this moment, Boal tells the history of a recent work in Hong Kong

and gets really emotioned. The history was about a Japanese family, that begins to have trouble when the older son (the one that maintains the others) buys a computer. The house is very small and there`s no space for the machine, except for a little table where his sister`s books are. The computer takes her space, and she doesn`t know where she could put her books. So, at the last scene, she goes outside the house and starts to throw the books - that, in reality, were part of her - away. She returns, stays quiet at some place, and the brother says: „ Now we are in peace“).

(Nun erzählt Boal die Geschichte der gegenwärtigen Arbeit in Hong Kong und wird sehr erregt. Die Geschichte handelt von einer japanischen Familie, die Schwierigkeiten bekommt, als der ältere Sohn (der Eine, der die anderen unterhält / ?) einen Computer kauft. Das Haus ist sehr klein und es gibt keinen Platz für das Gerät, außer einem kleinen tisch, auf dem die Bücher der kleinen Schwester sind. So geht sie in der letzten Szene vor das Haus und wirft die Bücher weg, die wirklichein Teil von ihr sind. Sie kommt zurück, bleibt still an einem Platz, der Bruder sagt: „Nun haben wir Frieden“.)

TNM: Do you have control through all the movement of The Theatre of the Oppressed? Boal: No, I don`t. It was a seed that I throw, and that is germinating all over the world. I don`t know about the quality of all the groups. I know that there are excellent ones. When the Festival of Theatre of the Oppressed was in Rio, there were 12 foreign groups, and 12 Brazilian ones. We saw marvelous things - and this is estimulation, cause I learn a lot with the people that I taught - and weak things. I have some influence, because people are always inviting me to visit them and watch their work. Then, I can tell if the basis of the theatre is correct or not: it must help people to be totally artists/humans.

TNM: Haben Sie einen Überblick über die Bewegung des Theater der Unterdrückten?

Boal: Nein, das hab ich nicht. Es war eine Saat, die ich auswarf, und sie keimt auf der ganzen Welt. Ich weiß nichts über die Qualität all der Gruppen. Ich weiß, dass es Ausgezeichnete gibt. Als das Festival des Theater der Unterdrückten in Rio war, kamen 12 Gruppen aus dem Ausland, 12 aus Brasilien.

Wir sahen wunderbare Dinge -und das regt an, denn ich lerne eine Menge von den Leuten, die ich unterrichtete, - und weniger gute. Ich habe etwas Einfluss, weil mich die Leute immer einladen, sie zu besuchen und ihre Arbeit zu beobachten. Dann kann ich sagen, ob die Basis des Theaters stimmt oder nicht: Es muß den Leuten helfen, ganze Künstler / Menschen zu sein.

TNM: So, that means that there are lots of interpretations of Theatre of the Oppressed? Boal: There must be. But when they appears, we protest. We say: „Don`t call your work Theatre of the Oppressed if it is not“.

TNM: Das bedeutet, dass es eine Menge Interpretationen des Theater der Unterdrückten gibt? Boal: So muss es sein. Wenn sie etwas anderes sind, würden wir sagen: „Nennt es nicht Theater der Unterdrückten, wenn es das nicht ist“.

TNM: You discovered different kinds of opression all over the world. But are the reactions to the Theatre of the Oppressed also different?

Boal: The oppressions are different in each form, but they exist in almost all the places. For example: the racial opression exists in Germany against the Turkish, in France it`s against the Arabic, in Sweden against the Greeks, in Finland against the Italians. Racism, poverty and opression against women you see all over the world.

TNM: Sie haben verschiedene Arten der Unterdrückung in der ganzen Welt kennengelernt. Sind die Reaktionen auf das Theater der Unterdrückten ebenso unterschiedlich? Boal: Die Unterdrückungen sind in jeder Situation verschieden, aber sie sie finden an fast allen Orten statt. Rassistische Unterdrückung existiert zum Beispiel in Deutschland gegen die Türken, in Frankreich gegen die Araber, in Schweden gegen die Griechen, in Finnland gegen die Italiener. Rassismus, Armut und Unterdrückung gegen Frauen finden Sie auf der ganzen Welt.

Basically, The Theatre of the Oppressed is a liberation for the spectators. At the moment that they understand that they can act, but they are not obligated to do so, they become very happy. This is already a broken rule, cause in theatre, you generally sit down and stay quiet, don`t participate. It`s like a lay person that prays the mass in the place of the priest. God would certainly accept a wrong mass.

Grundlegend ist das Theater der Unterdrückten eine Befreiung für die Zuschauenden.

In dem Moment, in dem sie verstehen,daß sie agieren können, aber nicht dazu gezwungen sind, werden sie sehr glücklich. Das ist schon eine gebrochene Regel, denn im Allgemeinen setzt man sich im Theater und bleibt leise, macht nicht mit. Es ist wie eine weltliche Person, die in der Messe an der Stelle des Priesters betet. Gott würde bestimmt eine solche Messe annehmen.

When someone discovers that he/she can do whatever another person does, the reaction is always very good. At this moment, we notice how we are educated in an authoritarian way: „don`t do this, don`t do that, you`re too young, too old, you`re a man, you`re a woman“. So, when people CAN do, the reactions are very positive and emotional.

Wenn jemand entdeckt, das er / sie auch kann, was Andere tun, ist die Reaktion immer sehr gut. In diesem Moment bemerken wir, dass, wir in autoritärer Weise erzogen sind: „Tu dies nicht, tu jenes nicht, du bist zu jung, zu alt, du bist ein Mann, eine Frau“. Wenn Leute KÖNNEN, sind die Reaktionen sehr positiv und gefühlvoll.

(At this moment, Boal tells the history of a recent work in Hong Kong and gets really emotioned. The history was about a Japanese family, that begins to have trouble when the older son (the one that maintains the others) buys a computer. The house is very small and there`s no space for the machine, except for a little table where his sister`s books are.

The computer takes her space, and she doesn`t know where she could put her books. So, at the last scene, she goes outside the house and starts to throw the books - that, in reality, were part of her - away. She returns, stays quiet at some place, and the brother says: „ Now we are in peace“).

Nun erzählt Boal die Geschichte der gegenwärtigen Arbeit in Hong Kong

und wird sehr erregt. Die Geschichte handelt von einer japanischen Familie, die Schwierigkeiten bekommt, als der ältere Sohn (der Eine, der die anderen unterhält / ?) einen Computer kauft.

Das Haus ist sehr klein und es gibt keinen Platz für das Gerät, außer einem kleinen Tisch, auf dem die Bücher der kleinen Schwester sind. So geht sie in der letzten Szene vor das Haus und wirft die Bücher weg, die wirklich ein Teil von ihr sind. Sie kommt zurück, bleibt still an einem Platz, der Bruder sagt: „Nun haben wir Frieden“.)

TNM: Do you have control through all the movement of The Theatre of the Oppressed? Boal: No, I don`t. It was a seed that I throw, and that is germinating all over the world. I don`t know about the quality of all the groups. I know that there are excellent ones. When the Festival of Theatre of the Oppressed was in Rio, there were 12 foreign groups, and 12 Brazilian ones.

We saw marvelous things - and this is estimulation, cause I learn a lot with the people that I taught - and weak things. I have some influence, because people are always inviting me to visit them and watch their work. Then, I can tell if the basis of the theatre is correct or not: it must help people to be totally artists/humans.

TNM: Haben Sie einen Überblick über die Bewegung des Theater der Unterdrückten ?

Boal: Nein, das hab ich nicht. Es war eine Saat, die ich auswarf, und sie keimt auf der ganzen Welt. Ich weiß nichts über die Qualität all der Gruppen. Ich weiß, dass es Ausgezeichnete gibt. Als das Festival des Theater der Unterdrückten in Rio war, kamen 12 Gruppen aus dem Ausland, 12 aus Brasilien.

Wir sahen wunderbare Dinge -und das regt an, denn ich lerne eine Menge von den Leuten, die ich unterrichtete, - und weniger gute. Ich habe etwas Einfluss, weil mich die Leute immer einladen, sie zu besuchen und ihre Arbeit zu beobachten. Dann kann ich sagen, ob die Basis des Theaters stimmt oder nicht: Es muß den Leuten helfen, ganze Künstler / Menschen zu sein.

TNM: So, that means that there are lots of interpretations of Theatre of the Oppressed? Boal: There must be. But when they appears, we protest. We say: „Don`t call your work Theatre of the Oppressed if it is not“.

TNM: Das bedeutet, daß es eine Menge Interpretationen des Theater der Unterdrückten gibt? Boal: So muß es sein. Wenn sie etwas anderes sind, würden wir sagen: „Nennt es nicht Theater der Unterdrückten, wenn es das nicht ist“.

TNM: What happens in the Centers of the Oppressed?

Boal: There are centers that want to do theatre and community work. There are others that abolished theatre, like the British one, where there is one of the biggest models of the Theatre of the Oppressed, only showed for the community. There are also centers that are partially financed by the government (in France, Vancouver, Canada - and others) and there are the ones that don`t have this financial help at all. They are different from each other.

TNM: Was passiert in den Zentren des Theater der Unterdrückten? Boal: Es gibt Zentren, die Theater und Gemeinwesenarbeit verknüpfen. Andere, wie die britischen, heben Theater auf, wo eines der größten Modelle des Theater der Unterdrückten nur für die Gemeinden gezeigt wird. Es gibt auch Zentren, die teilweise von der Regierung finanziert werden, (in Frankreich, Vancouver, Canada - und anderen) und es gibt andere, die dies finanzielle Hilfe nicht haben. Sie sind sehr verschieden.

Theatre in general - Theater im Allgemeinen

TNM: How do you see the projection of Brazilian theatre in foreign countries? Boal: The Theatre of the Oppressed is the most diffused theatre method in the world. But the other kinds of theatre, they are less diffused than they worth. There are lots of important things here, in Brazil, that are not spreaded. „Nelson Rodrigues“, for example, is well known, especially in Germany, but he has the merit to be much more known. I think that some spectacles and some playwrights made an extraordinary success in foreign countries, but much of the valuable things in Brazilian theatre doesn`t get to go „outside“. We have a small theatre in the Center of the Theatre of the Oppressed, in Paris, and one of our ideas is invite Brazilian groups to go there, act there.

TNM: Wie sehen Sie die Projektion des Brasilianischen Theaters im Ausland? Boal: Das Theater der Unterdrückten ist die meist verbreiteteste Theatermethode der Welt. Andere Arten des Theaters sind weniger verbreitet, als sie es wert wären.

Es gibt eine Menge wichtiger Dinge hier in Brasilien, die nicht bekannt sind. „Nelson Rodrigues“ zum Beispiel ist besonders in Deutschland sehr bekannt, aber er hätte es verdient, noch bekannter zu sein.

Ich denke daß manche Aufführungen und einige Stücke einen außerordentlichen Erfolg in anderen Ländern hatten, aber die meisten der guten Ideen des brasilianischen Theaters kommen nicht „hinaus“. Wir haben ein kleines theaterim CTO Paris, und eine unserer Ideen ist, brasilianische Gruppen einzuladen, dort zu spielen.

TNM: Can you see tendencies in actual theatre?

Boal: There is one thing against the Brazilian Theatre: when I began in theatre, we had a subvention of the government for a hole year of cultural projects, that means, for a program. And we had companies. I worked with Gianfrancesco Guarnieri (Arena Theatre) for ten years and we had a group of actors that we knew from a long time. Nowadays, we have subvention for just one play.

When the play is over, everything is over. Each one takes a different „road“. This is the North American system. Adopting this system was the worse thing for Brazilian theatre, because we depend of the private companies to get money. These companies give the money that isn`t theirs: it is of the taxes, of the government. And they (the private companies) also decide what they want to be done in theatre - it is a kind of censure.

This situation occurs in other countries. Actually, it comes from Greece and its Mecenas: the rich man that chooses for which drama he is going to give his money. But when you give money, you establish conditions…

TNM: Welche Tendenzen sehen Sie im aktuellen Theater?

Boal: Es gibt eine gegen das brasilianische Theater: Als ich im Theater begann, hatten wir Regierungszuschüsse für ein ganzes Jahr kultureller Projekte, das heißt für ein Programm. und wir hatten Theatergruppen. Ich arbeitete 10 Jahre mit Gianfrancesco Guarnieri (Arena Theatre) und wir hatten eine Gruppe von SchauspielerInnen, die wir lange Zeit kannten. Heutztage bekommen wir Zuschüsse für gerade ein Stück.

Wenn es vorbei ist, ist alles vorbei. JedeR geht einen anderen „Weg“. Das ist das nordamerikanische System. Die Übernahme dieses Systems war das Schlechteste für das Brasilianische Theater, weil wir von privaten Firmen abhängig sind, Geld zu bekommen. Diese Firmen geben Geld, das nicht ihres ist: Es ist von der Steuer, von der Regierung. Und sie entscheiden auch, was sie im Theater haben möchten - es ist eine Art Zensur.

Das passiert auch in anderen Ländern. Ursprünglich kommt es von den Griechen und Mäcenas: Der Reiche, der entscheidet, für welches drama er sein Geld gibt. Wer Geld gibt, stellt Bedingungen …

TNM: What do think about theatre and technology? Boal: Well, I am fascinated with what you showed me today (TNM at Internet). I suddenly saw a photo that I took in India, four years ago, and companies that I`ve lost contact … It is amazing.

But the entrance of other kinds of media in theatre endirties it. I am not condemning this; I`ve already did it. I used slides, movies ( I put, once, a film of soldiers marching upside the actor that was singing a song against the war).

But it`s dangerous because you mix two different arts: people start to pay more attention to the image and not to the person. What I most love in theatre is the „person“, is this pure thing. I`ve already saw a volcano in scene, but it didn`t emotioned myself. It`s a Disneyland`s effect.

But in the play made by the Japanese (see question about the reactions of Theatre of the Oppressed), there were just people and chairs, and I cried.

TNM: Wie sehen Sie die Verbindung Theater und Technologie?

Boal: Gut, ich bin fasziniert, was sie mir heute gezeigt haben, (TNM im Internet). Ich sah plötzlich ein bild, das ich vor vier Jahren in Indien aufnahm, und Theatergruppen, zu denen ich den Kontakt verloren hatte … Es ist bezaubernd.

Aber der Eintritt anderer Arten von Medien in das Theater verändert es. Ich verurteile es nicht, ich nutzte es selbst. Ich benutzte Dias, Filme (Ich nahm einmal einen Film von Soldaten, die auf dem Schauspieler marschierten, der ein Lied gegen den Krieg sang).

Aber es ist gefährlich, weil man zwei verschiedene Künste mischt: Die Leute richten mehr Aufmerksamkeit auf die Bilder als auf die Person.

Was ich im Theater am meisten liebe ist die „Person“ in ihrer reinen Art. Ich habe schon einen Vulkan in einer szene gesehen, aber es hat mich nicht emotional berührt. Es ist ein Disneyland`s Effekt.

Aber in dem Stück der Japaner (s.o.) waren nur Leute und Stühle, und ich heulte.

TNM: What are your expectations about the next Festival (Canada, 1997)? Boal: If the organizers get the necessary means, it can so extraordinary as it was in Rio, that was very beautiful. And the most beautiful thing, indeed, was the „confrontation“ of cultures. I hope it will happen again.

TNM: Was sind Ihre Erwartungen zum nächsten Festival (Canada, 1997)? Boal: Wenn die Organisatoren die notwendige Bedeutung bekommen kann es so ausserordentlich werden wie in Rio, das war sehr schön. Und das Schönste daran war die „Konfrontation“ der Kulturen. Ich hoffe, das wird wieder stattfinden. https://kritische-praxis.blogspot.com/2021/02/augusto-boal-ein-mythos-zwischen.html

The Ripple Effect“ Toronto 1997

regenbogen_der_wuensche.txt · Zuletzt geändert: 2021/02/08 00:18 von fritz