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augustin_souchy

Rosa Luxemburgs Lebenslauf findet ihr mit Bildern auf Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Rosa_Luxemburg. Bei mir war Rosa bisher immer nur in Fragmenten vorgekommen, aus Vorträgen und Begegnungen, und nach der intensiveren Beschäftigung mit Michail Bakunin sehe ich etliche Parallelen, vor allem in der Kritik der zentralistischen Partei-Macht, um die sie lange auch mit Lenin gestritten hatte.

Michail Bakunin hegelte die russischen Landschaften, Italien, Spanien und über viele genossenschaftlichen Anarchisten wie Augustin Souchy die südamerikanischen Regionen … Nächste Aufgabe wird noch die Erinnerung an Augustin Souchy, der zuerst mit Gustav Landauer]] im Sozialistischen Bund arbeitete, dann nach Aufenthalten in Österreich und Schweden auch seine Auseinandersetzung mit Lenin gehabt hatte und später als Anarcho-Syndikalist viele Genossenschaften und freie Gewerkschaften in südamerikanischen Ländern aufgebaut hatte.

In: Augustin Souchy:

Vorsicht Anarchist, Ein Leben für die Freiheit - Politische Erinnerungen

Trotzdem Verlag (früher auch Luchterhand) 1982 Grafenau S.11: (wohl 1911)

 Eine Nachtreise 4. Klasse brachte mich für 9,50 Mark nach Berlin. ...
 Als ... Sozialist der zweiten Generation lernte ich neben Adolf Hoffmann, ...
 Eduard Bernstein, Karl Liebknecht, Julian Borchardt, Klara Zetkin, und andere Koryphäen 
 der Sozialdemokratie kennen.
 
 Bei einem Gespräch mit Fidus anlässlich einer Sonnwendfeier in Friedrichshagen kam die Rede
 auf Gustav Landauers Essay "Durch Absonderung zur Gemeinschaft".
 Mit der Lektüre dieser Schrift ging mir ein neuer Stern an meinem geistigen Horizonte auf.
 Nun las ich Max Stirners, Eugen Dührings und Peter Kropotkins Werke und lernte durch sie 
 neue Varianten des Sozialismus kennen. 
 
 Am stärksten sprach mich die Verlagerung der Verantwortlichkeit 
 - bei der Verwirklichung des Sozialismus - vom Zentrum zur Peripherie, 
 von den gesetzgebenden Körperschaften zum arbeitenden Volke selbst an. 
 
 Es wurde mir klar, dass die Freiheit aller nur erreicht werden kann, 
 wenn sie sich auf das Selbstbewusstsein jedes einzelnen stützt.
 
 Übernimmt der gewählte Vertreter die Verantwortung für eine Reihe von Jahren, 
 wie es in der repräsentativen Demokratie der Fall ist, 
 dann wird die Selbstbestimmung des Volkes oft zu einer Fiktion.
    

Gustav Landauer und Erich Mühsam in Friedrichshagen, Kropotkin

 Auf einer Wahlversammlung in Neukölln, auf der Klara Zetkin für die Sozialdemokratische Partei
 warb und Landauer seine Ideen über den Sozialismus vortrug, entschied ich mich für die letzteren. S.12

https://de.wikipedia.org/wiki/Augustin_Souchy:

1914 als Antimilitarist nach Österreich, von dort mit Schild „Vorsicht Anarchist“ ausgewiesen, ging er und lernte Schweden kennen … 1919 kam er wieder nach Deutschland und schloss sich den Anarchosyndikalisten in der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) an.

„Von April bis November 1920 reiste er nach Russland und traf als Vertreter der Syndikalisten beim III. Komintern-Kongress mit Wladimir Iljitsch Lenin zusammen. In dieser Zeit besuchte er Peter Kropotkin, einen der damals wichtigsten anarchistischen Theoretiker. Souchy analysierte, was die bolschewistische Revolution seiner anarchistischen Meinung nach sei und wohin sie steuere.

Er wollte mit diesem Beispiel in Zukunft revolutionäre Gruppen auf den anarchistischen Kurs bringen und vor einer zentralistischen Partei als Instrument der Machteroberung warnen: „Die Bolschewisten als Staatssozialisten haben uns gezeigt, daß sie den Sozialismus nicht bringen können.“[2] Zusammen mit Helmut Rüdiger, Arthur Lehning und Albert de Jong redigierte er in den 1920er Jahren den Pressedienst der Internationalen Antimilitarischen Kommission (IAK).“

Augustin Souchy, Anarchist,

* 28. August 1892 in Ratibor, Oberschlesien; † 1. Januar 1984 in München

Mit 19 lernte er in Berlin Gustav Landauer kennen und arbeitete im Sozialistischen Bund mit, als Anarchosyndikalist und Antimilitarist bezeichnete sich selbst eher als „Studenten der Revolution“, der neben der russischen Revolution, die deutsche, die spanische, die kubanische und die portugiesische Revolution erlebte, zum Teil mitgestaltete und beschrieb.

CUBA

Interessanterweise wurde Augustin Souchy 1960 von Castro eingeladen, den Agrarsektor zu untersuchen. Allerdings erklärte der in einer Broschüre, dass das System dem sowjetischen Modell zu nahe komme. 3 Tage nach Souchys Abreise, wurde die gesamte Auflage beschlagnahmt & zerstört.

16.08.1962: Castro verbietet anarchistische Publikationen und Aktionen. Die nach dem Ende der Sklaverei sehr starke anarchistische Bewegung Kubas wurde ab 1925 vom Diktator Machado, später von der Regierung Castro unterdrückt. Von der Repression Castros erholt sie sich bis heute.

Vorsicht Anarchist!

Die lange Hoffnung - Clara Thalmann und Augustin Souchy (1983) https://trueten.de/archives/11506-Blogkino-Die-lange-Hoffnung-Clara-Thalmann-und-Augustin-Souchy-1983.html #Anarchismus #Spanien #AnarchoSyndikalismus

Augustin Souchy: With the Peasants of Aragon, Libertarian Communism in the Liberated Areas https://theanarchistlibrary.org/library/augustin-souchy-with-the-peasants-of-aragon#toc7

Sein Resümee: „Viel erstrebt, wenig erreicht. Aber: Früher dachte ich in Jahrzehnten, heute in Jahrhunderten. Die Geschichte wird uns letztendlich doch recht geben“.

Das folgende, aus seinen Memoiren Vorsicht: Anarchist! stammende Zitat ist charakteristisch für Souchys Wirken:

  „Mein herrschaftsfreies Streben galt stets der Errichtung einer gewaltlosen Ordnung 
  an Stelle der organisierten Gewalt.“
augustin_souchy.txt · Zuletzt geändert: 2021/04/12 20:15 von fritz