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demokratie

Die erste große Revolution 1848 der bürgerlichen Studierenden wurde kaiserlich niedergeschossen, nur in der Schweiz setzte sich der Gedanke der direkten Demokratie länger fort … der Untertanengeist siegte hierzulande mit der bürgerlichen Macht. Die Geschichte der Bauernaufstände und Bürger-Parlamente wie in Braunau wurde zensiert.

Die Geschichte der Revolution und Räterepubliken neu erzählen:

Die Volksherrschaft wurde erst durch die Revolution eingeführt?

Demokratische Ideen gab es schon viel früher, auch ganz praktisch (für die Männer) auch schon in Bauernaufständen, im Protestantismus, in der Schweiz begonnen …

Die Räterepublik - eine Sowjet-Idee?

Die Propaganda gegen die Rätezeit verwies auf die Ermordung der Zarenfamilie nach der Oktober-Revolution am 7. November 1917 … und die Mehrheits-Part-ei der Bolschewiki …

Doch wollte Kurt Eisner die Räte als regionales Organisations- und Kontroll-Organ neben einem Parlament, bevor er adelig erschossen wurde, und die SPD mit Reichs-Unterstützung seine Freunde nieder machte.

Es hätte noch viel mehr Möglichkeiten gegeben … nicht nur Arbeiter- Soldaten und Bauernräte, wie eine Organisation der Frauenräte, aber die Zeit war knapp …

Durch die Jahrzehnte zog sich die Entwicklung der Entscheidungen, weil die erlernte Form der Demokratie der Mehrheits-Abstimmungen in den Part-eien aus der Kaiserzeit mit den neuen Finanzierungen unsere Staatsform zur Unfähigkeit gebracht hat, mit Herausforderungen wie Klima und rechter Propaganda wirklich umzugehen.

Part-ei bedeutet immer zerlegen

Wir können unsere Gemeinschaften zerlegen, in dem wir die vermeintlichen Besserwisser und die angeblich Hochmoralischen ihre Meinung verbreiten lassen, die andere schlecht redet und einer Ideologie zwischen bewahrend, christlich, fortschrittlich, konservativ oder sonst was folgt und im Hintergrund die Geschäfte und Posten schiebt: Jede Part-ei-Struktur fördert genau diese Verhaltensweisen.

Zur Kaiserzeit

hatte die SPD ein paar Jahre nach der Aufhebung der „Sozialistengesetze“ die Mehrheit im Reichstag, durfte dem Kaiser die Gesetze vorschlagen, der mit seinen Beratern dann die Verwässerung zu geschäftlich unschädlichen Beschlüssen der Arbeitgeber-Verbände und Banken der Presse empfahl.

Selbstorganisation und praktische Demokratie wie in Genossenschaften sowie Bürgerräte und Ortsräte / Stadtteil-Räte für Nachbarschaften

im Bundestag?

„Im Bundestag gibt es etliche dieser Fälle: Abgeordnete, die im Präsidium von rüstungsnahen Netzwerk-Vereinen mit den Chefs von Rüstungskonzernen sitzen. Oder Abgeordnete, die für die Bioenergielobby im Bundestag ein Parlamentarisches Frühstück ausrichten, zu dem sie ihre Parlamentskolleg:innen einladen.“ https://www.abgeordnetenwatch.de/recherchen/lobbyismus/abgeordnete-als-lobbyisten - Demokratie?

„Der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion und stellvertretende Vorsitzende im Verteidigungsausschuss des Bundestags ist so etwas wie der parlamentarische Brückenkopf des Förderkreises Deutsches Heer (FKH). Otte ist „Vizepräsident Politik“, daneben gibt es beim FKH noch den „Vizepräsident Industrie“, der im Hauptberuf Geschäftsführer beim Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann ist.

In dem rüstungsnahen Netzwerk-Verein haben sich Militärs, Rüstungsfirmen und Bundestagsabgeordnete organisiert. Otte ist nicht der erste Parlamentarier mit einem Präsidiumsposten. Einige seiner Vorgänger wurden allerdings von einem Gedächtnisverlust heimgesucht, als es um die Veröffentlichung der Nebentätigkeit ging. Die beiden damaligen SPD-Abgeordneten Gerd Höfer und Johannes Kahrs ließen ihre FKH-Posten erst beim Bundestag nachtragen, als diese durch Recherchen von Journalisten aufgeflogen waren.“ https://www.abgeordnetenwatch.de/recherchen/lobbyismus/abgeordnete-als-lobbyisten - Demokratie?

Legislatives Theater aus der jungen brasilianischen Bewegung 1995?

Legislatives Theater: Es entstand in Rio de Janeiro: Gruppen und Initiativen entwickelten mit Forumtheater die Szenen ihrer verletzten Rechte und Gestaltungsmöglichkeiten, das Publikum erprobt spielerisch Änderungsmöglichkeiten, wie auch in den anderen Methoden des Theater der Unterdrückten in der Anwendung der Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire.

Die Versuche werden protokolliert, diskutiert, zu Gesetzesvorschlägen verdichtet. Augusto Boal hatte die Möglichkeit, die Praxis zu entwickeln und darüber zu schreiben

konstruktiver Journalismus

braucht immer die Aussicht auf Lösungen: Europäische Agentur zur Auflösung und Verwertung der Rüstungssysteme

Zukunftswerkstätten bringen neue Ideen für die Zeit nach den Fronten - wie Robert Jungk

Demokratie und Krieg vertragen sich nicht.

Demokratie bräuchte mündige informierte BürgerInnen, Krieg braucht eine eingeschränkte Wahrheit in den Medien, sonst gibt es Widerstand. In diesen Zeit weiter von Demokratie zu reden, ist eine ängstlich geduckte Haltung der Parteien und Verantwortlichen, die das große Geschehen, an dem wir ja nur mit „Hilfslieferungen“ beteiligt sein wollen, ausblenden möchte.

Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Die Abspaltungen und Ausblendungen gelingen nur bei begrenzter Bildung oder Denkbereitschaft, bei immer lauterer vergnügter Endzeitstimmung, manche beginnen gleich mit dem Kater.

Die Rüstungswirtschaft der NATO

hat - zuletzt auch als EU - unser Land zu einer Kriegspartei pervertiert, die intern gegen Bürger-Aufstände aufgerüstet hat, und uns nun Russland als Feind einredet, damit wir im ukrainischen Bürgerkrieg der Gebiets-Ansprüche klare Front halten: SOLIDARITÄT nennen sie es.

Ganz praktisch: Viel Solidarität mit geflüchteten Frauen und Kindern, aber auch in allen „Nachrichten“ die ewige Wiederholung vom bösen und ungerechten russischen Angriffskrieg, der aus „heiterem Himmel“ kam,

weder die acht Jahre tödlicher Gefechte von beiden Seiten um Donbas und Luhansk, noch die alte Krim-Frage und schon gar nicht die vielen Millionen Hektar Landkauf amerikanischer Konzerne in der Ukraine, die brave flotte Gesetzgebung zu Fracking und Gentechnik, zu Bio-Laboren und Waffenlieferungen und -Produktion, die vor Kurzem auch noch an Russland lieferte.

Nun pervertierte der "Gas-Krieg"

auch zu einer Schlacht gegen den Altkanzler Schröder, der mit Schwesig und der Regierung von Gas-Meck-Prom die North-Stream-Geschäfte lenken wollte, gegen amerikanische Befehle und Interessen, auf deren Befehl unsere Amerika-Brücken-ReGierung nun im großen Stil das amerikanische Fracking-Gas geordert hat.

Mitten im Dürre-Sommer wollen sie Atom verlängern, die Heizungen im Winter runter drehen und als Trostpflaster gab es früher Weihnachtsbutter?

Demokratie als Theater?

Die Parlamente halten sich derzeit für die wichtigsten Theater, sie verhandeln unsere Arbeit, Armut, sonstige Kleinigkeiten und Gas-Zuschüsse, die großen Gewinne der Konzerne durch Tank-Rabatte und vielleicht noch Atom-Verlängerungen, deren End- und Abbaukosten unsere Kinder und Enkel tragen dürfen.

„Die Parteien wirken an der Willensbildung des Volkes mit“ hab ich aus dem Grundgesetz in Erinnerung, aber sie meinen längst, um das Monopol zu kämpfen. Antonio Gramsci nannte das Hegemonie

Vor hundert Jahren trieb die deutsche Parteienlandschaft auf Faschismus zu, die Volksfront war durch den Arbeiterrat-Verrat und das Paktieren der Gewerkschaften mit den Arbeitgebern dagegen nicht möglich, aber Aufrüstung … also ging es allen gut, die Arbeit hatten.

Die Parteien waren stärker

Die Medien blenden ja Vieles aus, aber was immer sie bringen, die Polarisierung der Parteien scheint ein breites Muster abzubilden, und das Konfrontieren von gegensätzlichen Polen scheint ein Grundrezept für Fernseh-Gespräche und Podien. Dabei hätte es so viele Bürgerinitiativengegeben …, mit Forumtheater, im http://netzwerk-gemeinsinn.org|Netzwerk Gemeinsinn und in Zukunftswerkstätten haben wir in vielen Gruppen und Projekten die Veränderungen vorbereitet, aber die Reaktion hat wieder mal sehr viel mehr Geld, unserer Energie abgezapft.

Bürger wird wieder zum Spießer?

Im Krieg werden wir alle wieder zu Spieß-Bürgern? Werden mit hetzerischen Nachrichten zum Feind eingeschworen und mit Notprogrammen auf Gas-Sparsamkeit und Energie-Sparen eingeschworen …

Frühe Demokratien waren anarchistisch geweckt

Die Arbeitenden, die ihre Ausbeutung und den Reichtum der „Arbeit gebenden“ erlebten, die Soldaten, die den reich gedeckten Tisch der adeligen Offiziere erlebten, die niedergeschossenen Bürgerbewegungen 1848, die Demokratie forderten, und nicht die Privi-legien des „Ersten Standes“ der Adeligen, Bischöfe und Militärs …

Legislatives Theater hatte demokratische Hoffnung

Legislatives Theater entstand in Rio de Janeiro in den Jahren, in denen Augusto Boal als Stadtrat (Vereador) mit seinen Mitarbeitenden und Gruppen und Initiativen deren Szenen und Themen entwickelten: Mit Forumtheater die Szenen ihrer verletzten Rechte und Gestaltungsmöglichkeiten, das Publikum erprobt spielerisch Änderungsmöglichkeiten, wie auch in den anderen Methoden des Theater der Unterdrückten in der Anwendung der Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire.

Die Versuche werden protokolliert, diskutiert, zu Gesetzesvorschlägen verdichtet. Augusto Boal hatte die Möglichkeit, die Praxis zu entwickeln und darüber zu schreiben:

Brasilien wählt im Herbst - Bayern nächstes Jahr

Die demokratischen Bewegungen erwachen wieder und werden hoffentlich Bolsonaro und Co ablösen …

Demokratische Bildung und Beteiligung nahe an den Lebenswelten.

Das Boot ist voll, die Landschaft leer... Aufstellung mit anschließender Reflexion

„Postdemokratie ist ein Wort, das mich nachhaltig elektrisierte:

…als Michael Hirsch in einem Vortrag davon sprach,

  • wie viele „Bürger“ in Deutschland längst abgehängt sind, die nie mehr wählen gehen würden, auch nicht Links oder gar keinesfalls Links,
  • dass mit dem Parlamentarismus ein nur noch selbst-referentielles System besteht, das uns mit Kleinigkeiten, Empörungen und Unsinnigkeiten wie Maut beschäftigt
  • …wüsste ich nicht von internationalen Bewegungen der Bildung und Selbstorganisation, der Selbst-Aneignung von Land und „Gutem Leben“,
  • dem Buen Vivir von Zapatistas bis Ashàninkas,
  • von Weltsozialforum und guten Entwicklungen,
  • ich sähe schwarz und braun für unsere Kultur …“
  • Was lässt uns schwarz und braun sehen, was alle Farben des Regenbogens?
  • Wohin wenden wir unsere Blicke?
  • Was können wir tun, um das Leben als bunt zu erleben?

Gast: Fritz Letsch, Theaterpädagoge und Gestalttherapeut - Moderation: Dr. Ruth Sander, http://Politik-im-Raum.de


Eine Übersetzung aus dem Französischen, die dem Verständnis der Bewegungen um die „Gelbwesten“ dienen kann, ein paar Kapitel hab ich hier aufgenommen, die Quellen stehen dabei …

Das Konspirationistische Manifest steht in der inhaltlichen Tradition der Broschüre Der kommende Aufstand vom Unsichtbaren Komitee aus dem Jahr 2007 http://www.trend.infopartisan.net/trd1210/insurrection.pdf - dort auf Seite 5:

  Die Rundreise durch das trostlose Existieren der Metropole ist Aufklärung 
  nicht im mythischen, sondern im militärischen Sinne: 
  die Klärung eines gemeinsamen Ausgangspunktes, 
  der operativen Bedingungen einer Real-Exit-Strategie aus der globalen Misere, 
  und nicht zuletzt der praktischen Hebel, die uns in diesem Kampf zur Verfügung stehen.
  ...
  Der Klartext hinter der Billig-Propaganda von Managern und Kriegsherren 
  tritt international so klar zutage wie die Erfahrung sich verschärfender Ohnmacht 
  angesichts der unbelehrbaren Arroganz der Macht.

Neue Bewegungen: Konspiratisten

http://magazinredaktion.tk/konspiration/einleitung.php

„Wir sind Konspirationisten, wie von nun an alle vernünftigen Menschen. In den vergangenen zwei Jahren, in denen man uns belogen hat und in denen wir uns informiert haben, haben wir den nötigen Abstand gewonnen, um zwischen „wahr und falsch“ zu unterscheiden.

Die lächerlichen Selbstbescheinigungen, die wir abliefern sollten, hatten in Wirklichkeit zum Ziel, unserer eigenen Einschließung zuzustimmen und uns zu unseren eigenen Kerkermeistern zu machen. Diejenigen, die sich das ausgedacht haben, gratulieren sich im Moment selbst dafür.

Die Inszenierung einer tödlichen globalen Pandemie, „schlimmer als die Spanische Grippe von 1918“, war in der Tat eine Inszenierung. Die das bezeugenden Dokumente sind seither durchgesickert; das wird später noch deutlich werden.

Alle furchterregenden Modellrechnungen waren falsch. Auch die Erpressung à la „Die-Krankenhäuser-brechen-zusammen“ war nichts als eine Erpressung. Das gleichzeitige Schauspiel der mehr oder weniger untätigen und weit von jeder Inanspruchnahme entfernten Privatkliniken reichte aus, um dies zu belegen, doch die Beharrlichkeit bei der Zerschlagung der Krankenhäuser und ihres Personals hat seitdem den endgültigen Beweis geliefert.

Die wütende Verbissenheit, mit der jede Behandlung beiseite gefegt wurde, bei der nicht mit Biotechnologien an der zu Versuchskaninchen degradierten Bevölkerung experimentiert wurde, hatte etwas Verdächtiges. Eine von der Unternehmens- und Strategieberatung McKinsey organisierte Impfkampagne, später ein „Gesundheitspass“ und die Verrohung der öffentlichen Debatte erhalten so ihre volle Bedeutung.

Dies ist zweifellos die erste tödliche Epidemie, von deren Existenz die Leute überzeugt werden müssen. Das sich seit zwei Jahren auf uns zu bewegende Monster ist kein mit einem Protein gekröntes Virus, sondern eine technologische Beschleunigung mit kalkulierter Durchschlagskraft. Wir werden jeden Tag Zeuge des Versuchs, das irrsinnige transhumanistische Projekt der Verschmelzung der NBIC-Technologien (Nano-, Bio-, Info- und kognitive Technologien) zu verwirklichen.

Diese Utopie einer kompletten Neugestaltung der Welt, dieser Traum einer optimalen Steuerung sozialer, physischer und mentaler Prozesse bemüht sich nicht einmal mehr, sich zu verbergen. Man wird keinerlei Skrupel haben, als Heilmittel für einen Virus, das aus Experimenten zur „gain of function“ im Rahmen eines Programms zur „biologischen Verteidigung“ hervorgegangen ist, ein anderes biotechnologisches Experiment durchzusetzen, das von einem Labor durchgeführt wird, dessen medizinischer Direktor sich damit brüstet, „die Software des Lebens zu hacken“.

„Immer mehr vom Gleichen“ scheint das letzte, blinde Prinzip einer ansonsten prinzipienlosen Welt zu sein. Kürzlich befragte einer jener stramm stehenden Journalisten, die die Pariser Redaktionen bevölkern, einen etwas ehrlichen Wissenschaftler nach dem Ursprung von SARS-CoV-2. Er musste zugeben, dass die groteske Fabel vom Schuppentier immer mehr von der Hypothese abgelöst wurde, dass ein bestimmtes P4-Labor an dem Virus herumgepfuscht hat. Der Journalist darauf: „Wäre dies nicht Wasser auf die Mühlen der Verschwörungstheoretiker?“.

Das Problem mit der Wahrheit ist nunmehr, dass sie den Verschwörungstheoretikern Recht gibt. An diesem Punkt sind wir angelangt. Es war höchste Zeit, eine Expertenkommission ins Leben zu rufen, um dieser Ketzerei ein Ende zu bereiten. Und die Zensur wieder einzuführen.

Wenn jegliche Vernunft den öffentlichen Raum verlässt, wenn die Taubheit zunimmt, wenn die Propaganda ihre Zuchtrute stählt, um die allgemeine Übereinstimmung zu erzwingen, muss man das Weite suchen. Das ist es, was der Verschwörungstheoretiker tut; er wirft sich von seinen Intuitionen ausgehend in Nachforschungen. Er versucht zu verstehen, wie es so weit kommen konnte und wie wir aus diesem kleinen Schlamassel mit den Ausmaßen einer ganzen Zivilisation herauskommen.

Komplizen finden und sich der Lage stellen. Sich nicht mit der Tautologie des Bestehenden abfinden. Weder fürchten oder hoffen, sondern gelassen nach neuen Waffen suchen. Das Wüten aller Mächte gegen Verschwörungstheoretiker ist Beweis genug dafür, wie sehr die Wirklichkeit sich ihnen widersetzt. Die Erfindung der Propaganda durch den Heiligen Stuhl (die Congregatio de propaganda fide oder Kongregation für die Verbreitung des Glaubens) im Jahr 1622 hat der Gegenreformation auf lange Sicht nicht gut getan.

Der Misskredit, in den diese Krakeeler geraten, wird am Ende ihr Krakeelen gänzlich schlucken. Der Begriff vom Leben, den die Ingenieure dieser Gesellschaft haben, ist offensichtlich so flach, so lückenhaft, so abwegig, dass sie nur scheitern können. Sie werden keinen anderen Erfolg haben, als die Welt noch mehr zu verwüsten. Deshalb ist es in unserem vitalen Interesse, sie zu verjagen, ohne auf ihr Scheitern zu warten.

Wir taten also das, was jeder andere Verschwörer auch tun würde: Wir haben uns in Nachforschungen gestürzt. Hier ist das, was wir zu berichten haben. Wir wagen, es zu veröffentlichen, weil wir glauben, zu mehreren Schlussfolgerungen gekommen zu sein, die diese Epoche in einem schonungslosen und wahrheitsgetreuen Licht erscheinen lassen. Wir sind in die Vergangenheit eingetaucht, um das Neue zu ergründen, da all das Zeitgeschehen dazu tendiert, uns im Labyrinth seiner ewigen Gegenwart einzuschließen.

Man muss die Kehrseite der Gegenwartsgeschichte erzählen. Am Anfang ging es darum, sich nicht von der Feuerkraft und der Panikmache der herrschende Propaganda unterkriegen zu lassen. Die größte Gefahr besteht darin, sich an das neue Regime der Dinge zu gewöhnen; zu ihr gehört, zu dessen Papagei zu werden.

Die Furcht vor dem Attribut „Verschwörungstheoretiker“ gehört ebenso zu ihr. Die Debatte findet nicht zwischen Konspirationismus und Antikonspirationismus statt, sondern innerhalb des Konspirationismus. Unsere Uneinigkeit mit den Verteidigern der bestehenden Ordnung betrifft nicht die Interpretation der Welt, sondern die Welt selbst.

Wir wollen nichts von der Welt, die sie gerade errichten – wobei sie sich übrigens gerne selbst richten können. Es ist keine Frage der Meinung; es ist eine Frage der Unvereinbarkeit. Wir schreiben nicht, um zu überzeugen. Dafür ist es viel zu spät. Wir schreiben, um unser Lager in einem Krieg zu bewaffnen, der auf Leib und Seele abzielt – also sicherlich kein Krieg, in dem sich ein Virus und die „Menschheit“ gegenüberstehen, wie es die spektakuläre Dramaturgie will.

Wir haben uns also, gemäß eines Ratschlags von Brecht, bemüht, die „Wahrheit handhabbar zu machen als eine Waffe“. Wir haben uns den beweiskräftigen Stil, die Fußnoten und den langsamen Weg von der Hypothese zur Schlussfolgerung gespart und uns auf die Spielfiguren und die Munition beschränkt.

Konsequenter Konspirationismus, der nicht als Ornament der Hilflosigkeit dient, kommt zu dem Schluss, dass wir uns verschwören müssen, weil unser Gegenüber fest entschlossen scheint, uns zu zermalmen. Zu keinem Zeitpunkt erlauben wir uns, darüber zu urteilen, wie man in diesen Zeiten von seiner Freiheit Gebrauch machen sollte. Wir beschränken uns darauf, die lästigsten geistigen Fesseln zu sprengen.

Wir behaupten nicht, dass ein Buch ausreicht, um sich der Ohnmacht zu entziehen, aber wir erinnern uns auch daran, dass uns einige gute Bücher, die wir auf unserem Weg gefunden haben, schon so manche Knechtschaft erspart haben. Die vergangenen beiden Jahre waren sehr anstrengend. Sie waren es für alle empfindsamen – auch für die Logik empfindsamen – Menschen. Alles schien darauf ausgerichtet zu sein, uns in den Wahnsinn zu treiben.

Es hing von einigen festen Freundschaften ab, dass wir unsere Gefühle und Gedanken – unsere Lähmung und unsere Empörung – teilen konnten. Wir ertrugen die vergangenen Jahre gemeinsam, Woche für Woche. Das Nachforschen folgte logischerweise darauf. Dieses Buch ist anonym, weil es niemandem gehört; es gehört zur laufenden Bewegung der gesellschaftlichen Zersetzung. Es begleitet das, was geschehen wird – in sechs Monaten, in einem Jahr oder in zehn.

Es wäre verdächtig und nicht nur unklug gewesen, wenn es sich mit einem oder mehreren Namen autorisiert hätte oder es irgendeinem Ruhm diente. „Der Unterschied zwischen einem wahren Gedanken und einer Lüge besteht darin, dass die Lüge logischerweise einen Denker erfordert und wahres Denken nicht. Es braucht niemanden, um einen wahren Gedanken zu erfassen. […] Die einzigen Gedanken, für die es zwingend einen Denker braucht, sind Lügen.“ (Wilfred R. Bion, Aufmerksamkeit und Interpretation, 1970)

Konspirationistisches Manifest

http://magazinredaktion.tk/konspiration/inhalt.php

Update vom 7. August 2022: Das Konspirationistische Manifest ist seit einiger Zeit vollständig übersetzt, online und inzwischen auch gedruckt erhältlich, etwa im Laidak an der Theke. Oder man bestellt es für 6 Euro unter konspiration@protonmail.com.

demokratie.txt · Zuletzt geändert: 2022/08/18 02:35 von lenni