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gemeinschaftliches_lernen

Es gab immer schon die anderen Modelle des gemeinschaftlichen Lernens, aber sie wurden diffamiert und eliminiert: Als „Judenschule“ und im Wandervogel, im Sozialismus, wo auch Rosa Luxemburg in der Parteischule das gegenseitige Lernen betonte, als Anarchismus oder als Marxismus in der Kritischen Theorie.

Autoritärer machististischer Gottesstaat

Mit der Verbreitung der männlichen Einheits-Gottes von Abraham, in dessen Erzählungen die Frauen seitdem in Judentum, Islam und Christentum die Frauen durchgehend auf eine niedrigere passive Stufe gestellt werden, wenn sie nicht eine herausragende Rolle erkämpfen, sind die kolonialen Krankheiten der Unterwerfung zerstörerisch in alle Kulturen eingedrungen, die vorher keine patriarchale Stuktur hatten.

Der Militarismus und die Klosterschulen

gemeinschaftliches Forschen und Lernen zurückerobern

Thora-Lernen im Dialog

Das Frauenstudium begann erst vor gut 120 Jahren, und Rosa Luxemburg war eine der ersten Doktorandinnen in Zürich … um 1906 lehrte sie Nationalökonomie an der Sozialdemokratischen Parteischule und

„Zwei Dinge machen Luxemburgs Auffassung so bemerkenswert. Erstens versteht sie das Lernen in einer revolutionären Partei nicht einfach als Befüllung der proletarisch-sozialdemokratischen Köpfe mit Weisheiten.

Das Lernen in der Praxis durch die Proletarier*innen selbst ist eine mindestens gleichwertige Form. Damit ist der zweite, viel wichtigere Punkt verbunden.

Die Mitglieder von Parteien und Gewerkschaften sind für Luxemburg nicht einfach Empfänger*innen von Bildung, sondern auch Produzent*innen von Wissen. Das Erfahrungswissen der Bewegung ist für sie nicht weniger wichtig als das von Intellektuellen und Funktionär*innen vermittelte.

Nicht nur, dass sie die SPD-Führung immer wieder hart kritisierte; sie forderte vom Parteivorstand zudem, dass er von den Massen lernen sollte. Mit ihrer Vorstellung vom beständigen Lernen der Arbeiter*innen bleibt sie den Wurzeln der kommunistisch-sozialdemokratischen Bewegung treu.

Schließlich erwuchs diese aus zwei eng verbundenen Quellen:dem Aufbegehren gegen Ungerechtigkeit und dem gemeinsamen Lernen. Organisatorisch bildet sich die spätere SPD aus Arbeiterbildungsvereinen und aus deren Emanzipation vom ursprünglich liberal-bürgerlichen Bildungskanon.

Luxemburg war selber Dozentin an der SPD-Parteischule und sah sie ihre Arbeit dort nicht als akademische Veranstaltung,sondern als eng verbunden mit ihrer propagandistischen und publizistischen Tätigkeit. Ihre Idealvorstellung war: Ein halbes Jahr Parteischularbeit, ein halbes Jahr Propaganda oder auch ein halbes Jahr lernen von den Schüler*innen der Parteischule, ein halbes Jahr lernen in Diskussionen mit den sozialdemokratischen Massen.

Revolution als Lernprozess

Diese Auffassung von Lernen und Lehren hat weitreichende Konsequenzen für die Rolle der Partei in politischen Auseinandersetzungen. Reformen müssen als Lernprozesse gestaltet werden, um eine Revolution, die Überwindung der kapitalistisch-bürgerlichen Ordnung, möglich zu machen.

Revolutionen lassen sich nicht „schulmeistern“. Die in Revolutionen nötige Fähigkeit, Kräftekonstellationen und Handlungsmöglichkeiten schnell zu bewerten und Chancen zu nutzen,setzt selbständiges Denken voraus. Dieses muss vorher gelernt werden, wie auch die Fähigkeit, der Initiative der Massen zu vertrauen. Luxemburgs Verständnis vom Lernen stützte sich so auf zwei organisationspolitische Voraussetzungen. Auf der einen Seite auf die Bindung der Abgeordneten und Funktionäre an die Massen. Und auf der anderen Seite aufweitest mögliche partizipative Formen.

Mehr dazu bei Brangsch, Lutz/ Pieschke, Miriam (Hrsg.): Sich nicht regieren lassen. Rosa Luxemburg zu Demokratie und Organisierung. Ein Lesebuch. Dietz Berlin.

UND: https://www.academia.edu/45199787_AufklC3%A4rung_durch_Taten_Lehren_und_Lernen_bei_Rosa_Luxemburg

Arbeitsgemeinschaften

Im Wandervogel wurde es eine europaweite Bewegung, und auch die fortschrittlichen Kreise der kirchlichen Jugendarbeit griffen die Methoden nicht nur in Arbeits- und Zeltlagern auf: Die Bündische Jugend im Bund Neudeutschland und der Graue Orden in dem Willi Graf vor der Weissen Rose organisiert war.

Die Gleichschaltung und der Holocaust

vertrieben die ängstlicheren und bewussteren und jüdischen Lehrkräfte, Literaten, Mediziner und Psychoanalytiker aus Deutschland, das auch im Postfaschismus rückkehrwillige Exilanten und ihre Arbeitsweisen, Ideen und Denkmodelle wie die Kritische Theorie ablehnte, was bis heute zu einem eher trockenen Wider-Kauen, als zu einem flüssigen Austausch zu erfolgreichen Modellen abseits der beruflichen Halbbildung (Adorno) führte.

gemeinschaftliches_lernen.txt · Zuletzt geändert: 2021/03/07 13:03 von lenni_auf_acer