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gesundheit_und_selbsthilfe

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In zwei Artikeln feiert Wolfgang Goede die Selbsthilfe- Bewegung, die er selbst als enorm hilfreich erlebt hatte, als Wissenschafts-Journalist kennt er auch die oft schwerfälligen Systeme unserer Hochschul-Landschaft, die Adorno längst als „Halbbildung“ - nur für berufliche Qualifizierungen - eingeschätzt hatte.

Eine wirkliche UNI-VERSI-TÄT

oder Hochschule würde die Interessen der Studierenden auf die gesamte Welt ausdehnen, von deren Ressourcen wir alle leben, und die wir deswegen verstehen sollten.

Nun legt ein kleines Virus die herunter gesparten und verlogen abzockenden Strukturen frei und wir stehen hilflos gegenüber?

Im Einblick des Selbsthilfezentrum München https://www.shz-muenchen.de/fileadmin/shz/downloads/einBlick/Einblick_2020-4.pdf fasst er zusammen

Ich möchte in den Zusammenhang an einen der Begründenden der Gesundheitsladen-Bewegung erinnern, Rolf Schwendter, der schon damals die Lust hatte, mit dem gesprochenen Gender die Rolle der Frauen - vor allem auch im Gesundheitswesen herauszuheben;

der im Umfeld der AG SPAK und der Selbstverwalteten Betriebe und Projekte den Gesundheitstag in Kassel auf die Beine stellte, der in der Bewegung der Gesundheits- und Wissenschaftsläden und die Zukunftswerkstätten von Robert Jungk die positive Stimmung der Selbstorganisation der siebziger Jahre verfestigte -

bevor die „geistig-moralische Wende“ der schwarzen Kofferträger Kohl und Schäuble auf Bundesebene mit einer „Gesundheitsreform“ das System der Abzocke verwirklichte, wie wir es seit F.J. Strauß und Nachfolgenden in Bayern schon lange hatten.

Prof. DDDr. Rolf Schwendter müsste ich heute wieder schreiben, wo so viel falscher Adel aus Papieren gewonnen wird, er hätte mit Abscheu seine Dreadlocks geschüttelt, bevor er wieder zur Kindertrommel das Lied aus einer Evangelischen Akademie angestimmt hätte:

Die gesamte Studie (in english) ist erschienen unter =>

https://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/68058/ssoar-2020-goede-Tandems_of_lay_experts_and.pdf

Sie erläutert die Entstehung und Rolle der Selbsthilfe im Tandem der Zusammenarbeit von Betroffenen und Experten, vor allem am Beispiel der Münchner Angstselbsthilfe, die durch gute Streuung zur Deutschen Angstselbsthilfe mit einer eigenen Zeitschrift führte: https://www.angstselbsthilfe.de/wp-content/uploads/2016/01/130.pdf und https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13692866.html sowie https://en.wikipedia.org/wiki/Theme-centered_interaction

Dazu hat die Uni Mannheim/Lehrstuhl Psychologie im Mai zu einer Online Veranstaltung eingeladen.

Bis in die 1970er Jahre waren die Mediziner die "Götter in Weiß".

Dann begannen Mitarbeitende gegen Hierarchien in den Krankenhäusern, gegen irres Abkassieren, gegen die Buckelei aufzubegehren und sich besser zu organisieren.

Dabei entstand eine Bewegung der Gesundheitsläden,

wie es auch in manchen Städten Wissenschaftsläden gab, und auf dem Gesundheitstag 1988 in Kassel (?) verbreitete sich die Bewegung in den Berufen und organisierte sich.

Gesundheitstag und Prof.Dr.Dr.Dr.Rolf Schwendter

Rolf war einer der Antreiber, Koordinierenden und Vorreitenden der Bewegung, der aus dem Stand protokollierte und in Zeitungen brachte, was Sache war.

Rolf Schwendter war ein Professor für Abweichendes Verhalten, Devianz in Kassel, beforschte und begleitete die innovativen Bewegungen, erarbeitete auch Grundlagen für politische Supervision, begann schon in den 1970er Jahren, das Binnen-I zu sprechen und gendergerecht zu referieren, und auf Tagungen wie in Evangelischen Akademien sang er: Seine literarische Wiener Art stellte er regelmäßig mit Liedern zu Kindertrommel vor.

Aus dem Gesundheitsladen München http://www.gl-m.de entstand nach fünf Jahren das Selbsthilfezentrum München http://shz-muenchen.de das inzwischen in einer breiten Landschaft der Selbsthilfe-Koordinationsstellen https://www.seko-bayern.de im ganzen Land teilweise von den Krankenkassen, anteilig auch von den Kommunen finanziert wird.

NAKOS mit Sitz in Berlin ist die bundesweite Informations- und Vermittlungsstelle im Feld der Selbsthilfe in Deutschland. https://www.nakos.de

Neben der intensiveren Arbeit für Seltene Krankheiten und die Selbstorganisation der Patient*innen gab es im Gesundheitsladen vor allem eine Beschwerdestelle, deren Finanzierung aber jetzt in einen Krankenkassen-Konzern umgeleitet wurde, wie das den Privatisierungen des Gesundheitswesen seit 20 Jahren entspricht.

Zur Ankündigung

Fritz Letsch, Theaterpädagoge, Gestalt-Coach, langjährig im Vorstand im FÖSS e.V., Träger des Selbsthilfezentrum München, vom Theater der Unterdrückten (Augusto Boal) bis zu Zukunftswerkstätten (Robert Jungk) und politischer Supervision (Rolf Schwendter) gut 40 Jahre Selbstorganisation in Bewegungen begleitend: Als graduierter Gemeindepädagoge, Schauspieler und Gestalttherapeut, gut 25 Jahre mit Lehraufträgen vor allem in der Angewandten Sozialwissenschaft, Radio- und Zukunftswerkstatt-Moderator und Job-Coach in der freiberuflichen Arbeit mit Obdach- und Wohnungslosen

Früher lernten wir schon in der Jugendarbeit

die Anleitung von Gruppen und die Gestaltung von langfristigen politischen Aktionen, heute fehlen uns weitgehend diese Prozesse des Aufwachsens und der Selbstorganisation in den Gemeinden über die alten Vereine hinaus, weil alles noch „von Alters her“ oder „von oben her“ oder „von der Finanzierung her“ geregelt scheint.

Unser Aufbruch der 1970er und 1980er Jahre endete immer wieder an starren Strukturen der Hochschulen, der Presse- und Staatsmacht und der Macht des Geldes. Unsere angesparte Altersvorsorge treibt als Spekulation die Mieten hoch, privatisiert Gemeinschaftsvermögen, aber so viel Wirtschaftswissen haben nur Anlage-Beratende.

Im Tandem der Selbsthilfe und Fachleute

entstehen viel interdisziplinäre Fähigkeiten, denn allerlei Profis aus allen Arbeitsbereichen landen aus gesundheitlichen Gründen in der Selbsthilfe und entdecken auch noch andere persönliche Anliegen:

Die Mitarbeitenden der Selbsthilfe sind durchgehend aus- und fortgebildete in Sozialwissenschaftlichen Berufen, die meisten FÖSS-Vereinsmitglieder und Vorstände sind aus Gruppen und von kollegialen Einrichtungen „vom Fach“.

Angst, Bisexualität und depressive Anteile sind oft nicht vordergründig bewusst, brechen gelegentlich als befremdliche Erscheinungen auf, und manchmal gibt es auch eine Besserung durch eine Auseinandersetzung mit Eltern, Geschwistern und Kindheit, oder durch einen Abschied von den Eltern … und die Palette der Lebenserfahrungen und traumatisierenden Erlebnisse kann bis zu unverdauten Knast- oder Psychiatrie-Aufenthalten oder Gewalt und Trennung gehen.

Auch die ur-alten Flucht-Erfahrungen der Eltern oder Großeltern können noch die Biografie, berufliche Entwicklung und Karriere belasten, und es entsteht immer wieder die Frage, wie eine Anleitung oder Koordination einer Gruppe möglich bleibt, wenn die eigene Betroffenheit im Spiel ist, auch dafür gibt es schon sehr lange verschiedene Formen der Supervision für Verantwortliche.

Eine Gemeinwohl-Orientierung wie in der gesundheitlichen Selbsthilfe

und der sozialen Selbstorganisation muss auch in das Recht und das Wirtschaften einziehen, sonst wird das bürgerschaftliche Engagement wie das Ehrenamt zum Feigenblatt der Feiertags- und Ordens-Politik mit Blumen und Kerzen.

Durch Debattieren wie im BED und dem Community Organizing im http://gemeinsinn-netzwerk.org haben wir in verschiedenen Ebenen der beruflichen Selbstorganisation und Fortbildung der Angst begegnen.

Berufliche Selbstorganisationen

Fachliche Selbstorganisation in den Berufen spiegelt sehr oft noch die Hierarchien der Ausbildung wieder, redet absurd oft wie das Radio von Päpsten und Koryphäen, statt auf das weite Feld der aktuellen Erfahrungen und der notwendigen Reaktionen darauf zu achten:

Wie gehen wir, in einer Analogie zu IDAHOBIT mit den Erlebnissen zu Corona um und unterstützen Selbstorganisation in den Nachbarschaften, um aus den Stigmatisierungen der Krankheits-Erscheinungen zu gesellschaftlichen Deutungen und Gegenmitteln zu kommen?

Bewusstseinsbildung in den vielen tausend Selbsthilfegruppen unseres Landes wäre aus dem 12. Schritt der Anonymen Gruppen abzuleiten:

soziale Selbsthilfe ist noch das gemeinsame Lernen

soziale Selbsthilfe kann am Anfang die gleiche Anleitung brauchen, wie die Gesundheits-Selbsthilfe und die 12-Schritte-Gruppen, eine ursprüngliche Form:

Anonyme Gruppen wie der Anonymen Alkoholiker

haben inzwischen viele Themen und Angehörigen-Treffen, bis Beziehungs- Internet, Porno, Sex und sonstige Sucht: Essen, Nikotin, neue Drogen

  1. Anerkennen, dass man seinem eigenen Problem gegenüber bisher machtlos ist. …
  2. Zum Glauben kommen, dass eine Kraft, größer als wir selbst, die eigene geistige Gesundheit wiederherstellen kann
  3. Den Entschluss fassen, seinen Willen und sein Leben der größeren Kraft / Gruppe anzuvertrauen
  4. Eine gründliche und furchtlose Inventur seiner selbst machen
  5. Vor sich selbst und gegenüber einem anderen Menschen sein begangenes Fehlverhalten eingestehen.
  6. Die Bereitschaft, Verhaltensweisen, die das Leben behindern, entfernen zu lassen
  7. Daran arbeiten, dass die gemeinsame Kraft sämtliche „chronisch das Leben behindernde Verhaltensweisen“ beseitigt
  8. Auflistung aller Personen, denen man Unrecht getan und Schaden zugefügt hat, Bereitschaft zur Wiedergutmachung
  9. Wo immer möglich, diese Personen entschädigen, außer, wenn sie oder andere dadurch verletzt würden.
  10. Die „innere Inventur“ fortsetzen und zugeben, wenn man im Unrecht ist.
  11. Durch „Gespräch und Besinnung“ eine tiefe bewusste Beziehung zu allen Wesen aufbauen
  12. Die gute Nachricht an andere Betroffene weiter geben und den Alltag neu ausrichten

Gesundheits- und Sucht-Gruppen neigen nicht zur Öffentlichkeit also werden wir mehr soziale und politisch denkende Selbstorganisation brauchen, die aktualisierte Öffentlichkeitsarbeit schafft, denn die Erfahrungen der bisherigen Berichte liegen noch sehr an uralten Erfahrungen und ängstlichen Klischees, statt die positive Lebensbegleitung und die gesunden politischen Wirkungen zu transportieren. Die Einblicke sind online zu finden: www.shz-muenchen.de

Selbstorganisation für Selbst-Bewusste

Wer noch in sich selbst, seine Familiengeschichte, in Traumen und in die Rettung seiner eigenen Person verstrickt ist, wird nicht sofort dazu in der Lage sein, aber die Underground-Railroad wartet überall auf der Welt, nicht immer nett, aber oft hilfreich, vor allem, wenn sie vor den falschen Drogen warnt: https://selbstorganisation-muc.blogspot.com/2020/12/underground-railroads-der-unterdruckten.html

Psychologie und Psychotherapie

38. Symposium 2021: „Grundlagen- und Psychotherapieforschung Hand in Hand“ 12.5.2021 – 15.5.2021

https://symposium-2021.de/custom/media/WSK_2020/Programm/Programmuebersicht.pdf

Veranstaltungsreihe "In schlechter Gesellschaft: Psychotherapie im Kapitalismus"

die Gruppe „Kritische Psychotherapie Köln-Bonn“ hat die Veranstaltungsreihe „In schlechter Gesellschaft: Psychotherapie im Kapitalismus“ für Mai und Juni 2021 organisiert

Online-Seminare Fit für Kooperation

für Selbsthilfegruppen angeboten vom Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen (Netzwerk SPiG). Weitere Infos zu Seminaren und zur Anmeldung finden Sie auch auf der Internetseite unter https://www.selbsthilfefreundlichkeit.de/aktuelles/neu-online-seminare-fit-fuer-kooperation/

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