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gustl_mollath

Dies ist eine alte Version des Dokuments!


Wahn, eine schlecht definierte Sache?

die auch im Fall Gustl Mollath eine durchgehende Rolle spielt:

Seine Frau hatte sich ein „Ferngutachten“ einer Erlangener Psychiaterin schreiben lassen, um ihn für immer zum Schweigen zu bringen, zu ihren Verwicklungen in Schwarzgeld-Verschiebungen aus der Nürnberger Hypo-Vereinsbank im Schweizer Bankensystem.

Das wurde ihm als Wahn unterstellt:

Im Verlauf der Pressekampagne zur Wiederaufnahme eines katastrophalen Verfahrens, wie es auch in einem Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtags offensichtlich wurde, kam auch die missbräuchlich verstrickte Gutachter-Szene der Anstalten, Gerichte und der Psychiatrie als Wissenschaft zum Vorschein.

Sigmund Freud hatte Wahn als eine Erscheinung der Psychose beschrieben, nachdem er bemerkte, „dass der Wahn wie ein aufgesetzter Fleck dort gefunden wird, wo ursprünglich ein Einriss in der Beziehung des Ichs zur Außenwelt entstanden war.“ (Neurose und Psychose) Erlkönig 407

Ein solcher Einriss war durchaus entstanden, als die Beziehung von der Bank-Lady zum auto-tunenden Rennfahrer zerbrach, in ihrer Art, nicht aufhören zu können und seiner Angst, mitschuldig zu sein an Krieg und Waffengeschäften, an Unrecht und Betrug.

Sein Wahn war eher, dass er glaubte, mit Anzeigen an Polizei, Staatsanwaltschaft und Minister für Abhilfe und Gerechtigkeit zu sorgen, dass er per Faxgerät Verständnis bekommen würde und dass er mit Hilfe dubioser Faxe von Schwarzgeld-Schiebereien seiner Frau etwas beweisen könnte.

Aber das Wahabi-System war sicher: Keine Namen, nur Nummern-Konten-Codes, die Vertraute der Banken-Szene austauschten und so die Geldflüsse der Millionäre steuerten.

Wahn bei Michel Tournier als Spur, die Monströsitäten des 3.Reiches zu ergründen …

Wahn und Willkür,

Im Umkreis von Unterstützern und Anwalt waren auch sehr viele schwierige Menschen und Leute mit unlauteren Absichten unterwegs, was von Psychiatrie-Bashing, Klick- und Verkaufszahlen bis zu erwarteten Film- und Veröffentlichungsrechten reichte.

5 Jahre nach der Befreiung von Mollath & Haslbauer

Überarbeitet vom Original 19.08.2017

Für viele von euch sind es noch keine 5 Jahre, aber für die meisten im Unterstützerkreis ist es schon viel länger …

Für uns begann es mit einem Abend im Club Voltaire, damals noch mit unserer geliebten Petra Finsterle, die uns bald danach verlassen musste:

Der Abend mit Dr. Wilhelm Schlötterer (wikipedia) und seinem Buch Macht und Missbrauch im Fraunhofer-Theater hatte enorme Folgen:

Der Fall Mollath kam nach den hessisch misshandelten Steuerfahndern, die dem dortigen Ministerpräsidenten unliebige Fälle bearbeiteten: Psychiatrisierung der Finanz-Beamten als Methode, sie zu „entsorgen“.

Gustl Mollath, der wegen der Anzeige der Geldtransporte seiner Frau im Auftrag der Hypo-Vereinsbank in die Schweiz damals schon gut 5 Jahre in der Psychiatrie saß, eine Sache, mit der niemand zu tun haben wollte: 1. Psychiatrie, 2. soll er seine Frau geschlagen oder gewürgt haben … aussichtslos für die Presse.

In Radio Lora München 92,4 machte ich in der Gegensprechanlage eine Serie dazu, beginnend mit Dr. Schlötterer und einer Rechtsanwältin, mit Bezirkstags-Mitgliedern der Linken und Grünen, den entsprechenden Kandidatinnen der Piraten, Mitarbeitenden der der Anti-Psychiatrie-Bewegung und der Gruppe der Psychiatrie-Erfahrenen,

irgendwann kam die ebenso viel-jahrelange Geschichte der unangepassten Sozialarbeiterin in der Psychiatrie Taufkirchen dazu, die für das anpassungs-trainierende Entlass-Management der Klinik nicht taugte: Konferenzen dort, deutliche fachliche Fehler des Personals, woraus dann sogar ein Theaterstück in Regensburg wurde.

Die Entlassung war endlich am letzten Prozesstag von Gustl Mollath: Seine Geschichte war inzwischen in einem Untersuchungsausschuss des Bayrischen Landtags beinahe aufgearbeitet (es fehlt bis heute die Rolle der Hypo-Bank mit staatlichen Mitarbeitenden im Aufsichtsrat und die Rolle der im Prozess schriftführenden Richterin, deren schriftliche Aussage nie verlesen wurde).

Alle Rechtswege, ein ruhm-süchtiger Anwalt, der auch die ZEIT einspannen konnte, die „Ankündigung einer Strafanzeige“ abzudrucken, mit meinem Namen und meinen angeblichen Aussagen, mit der Zerstörung des Unterstützerkreises für den Preis der erwarteten Hollywood-Filmrechte …

… aber niemand, der sich für die Einstellung des Verfahrens und Lösung der Fragen mit Hilfe des Finanzamt für Körperschaften interessierte, aber viele aufgehetzte Leute, die ihre Spenden für Gustl Mollath zurück haben wollten, obwohl er längst sein Geld nach seinem Wunsch in bar erhalten hatte, so weit die Spender auf Spendenquittungen verzichtet hatten …

und der Verein zbb eV. sitzt auf ein paar fehlenden Tausendern, nicht nur an Arbeitszeit und Geld, auch an Vertrauen und gemeinschaftlicher Zukunftshoffnung: So eine Befreiungs-Geschichte könnte heute, trotz aller Entwicklung der Internet-Kommunikation nicht mehr stattfinden.

Zahlreiche Fälle wurden uns in der Zwischenzeit noch berichtet, und manche konnten auch in aller Stille auf dem Rechtsweg gelöst werden, denn die „Gemeingefährlichkeit“ wurde öfters von etlichen Richtern nach aufgebrachten Situationen sehr locker herbei phantasiert, andere Fälle wie Pharma- und Blut-LABOR-Kartelle bleiben in der dunklen bayrischen Justiz verloren.

Ein paar weitere Bücher und ein Film gingen auf die persönlichen Seiten ein, blendeten aber die politischen Verwicklungen aus. Auch der „Fall Peggy“, jenes wohl im Umfeld der NSU-betreuten Mörder in Jena missbrauchte Kind, für dessen „Lösung“ der behinderte Ulvi mit Gustl Mollath in jener Anstalt in Bayreuth untergebracht wurde. lässt etliche Fragen offen.

Viele Ansätze in http://Psychiatrie-Politik.blogspot.de

http://www.transparency.de/Schloetterer-Wilhelm-Macht

Macht und Missbrauch. Franz Josef Strauß und seine Nachfolger. Aufzeichnungen eines Ministerialbeamten. Fackelträger, Köln 2009, ISBN 978-3-7716-4434-5;

aktualisierte Taschenbuch-Erstausgabe: Macht und Missbrauch. Von Strauß bis Seehofer. Ein Insider packt aus. Heyne, München 2010, ISBN 978-3-453-60168-0

Wahn und Willkür. Strauß und seine Erben oder wie man ein Land in die Tasche steckt. Heyne, München 2013, ISBN 978-3-453-20047-0

https://www.torial.com/fritz.letsch/portfolio/241561 vom 19.08.2017

nur bedingt aktuell: Und alle Artikel verkürzten die Tatsachen: Die Spenden waren für die Befreiung gesammelt worden, nicht für eine sofortige Auszahlung, die auch überhaupt nicht verlangt war. Die Strafanzeige hatte sich allerdings auf Steuerhinterziehung bezogen, was vollkommen unsinnig war. Ziel der Anzeige war, die ursprüngliche Anwältin aus dem Geschehen zu werfen.

zusammenschluss bayrischer bildungsinitiativen zbb

gegründet in der mitte der achziger jahre, um in bayern die möglichkeiten alternativer politischer bildung zu verbessern, 2018 / 2020 aufgelöst nach ewigen Belästigungen durch einen uneinsichtigen Projektpartner, der erst nicht bereit war, die Belege fürs Finanzamt abzugeben und dann Verwaltungskosten von 120.000 abgerechneten Mitteln einzusehen.

kollegialer austausch und fortbildung mit mitarbeitenden in über 25 initiativen und vereinen quer durch bayern, entwicklung und begleitung von schulungen in gemeinschaftlicher projektarbeit und in partizipativer pädagogik, erster anlauf zu staatlichen mitteln an der etablierten bayrischen erwachsenenbildungsmafia gescheitert, mitbegründer der grün-nahen stiftung regenbogen, die dann jahre später von der partei kassiert wurde,

mitwirkung in der basis-orientierten entwicklung politischer bildung in brandenburg und sachsen, seitdem grundlagen- und hintergrund-arbeit für sozialpolitische, ökologische und interkulturelle projekte,

entwicklung des einewelt-bereiches in der münchener agenda 21 in einem fachforum in zusammenarbeit mit der münchner Gruppe der Paulo-Freire-Gesellschaft, dem Nord-Süd-Forum und dem einewelthaus münchen

gustl_mollath.1601463945.txt.gz · Zuletzt geändert: 2020/09/30 13:05 von fritz