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selbsthilfe

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Am meisten bekannt ist die Gesundheits-Selbsthilfe, weit weniger bekannt die soziale Selbsthilfe, die aber jetzt um so wichtiger wird: Wie organisieren wir uns in Nachbarschaften und politischen Themen, wenn die vorgebliche Demokratie des bisherigen Parlamentarismus ausverkauft ist?

Für Gesundheit selber sorgen?

In zwei Artikeln feiert Wolfgang Goede die Selbsthilfe- Bewegung, die er selbst als enorm hilfreich erlebt hatte, als Wissenschafts-Journalist kennt er auch die oft schwerfälligen Systeme unserer Hochschul-Landschaft, die Adorno längst als „Halbbildung“ - nur für berufliche Qualifizierungen - eingeschätzt hatte.

Eine wirkliche UNI-VERSI-TÄT

oder Hochschule würde die Interessen der Studierenden auf die gesamte Welt ausdehnen, von deren Ressourcen wir alle leben, und die wir deswegen verstehen sollten.

Nun legt ein kleines Virus die herunter gesparten und verlogen abzockenden Strukturen frei und wir stehen hilflos gegenüber?

Im Einblick des Selbsthilfezentrum München https://www.shz-muenchen.de/fileadmin/shz/downloads/einBlick/Einblick_2020-4.pdf fasst er zusammen

„Die 1980er waren die Gründerjahre der Selbsthilfe. Hätte uns die Pandemie damals erwischt, wie weit wären wir mit Fax-Tech gekommen? Faxe – damals Non-Plus-Ultra modernster Kommunikation – eroberten gerade die Welt. Mit ihnen wäre das Leben vermutlich in Papier erstarrt, Selbsthilfe nie aus den Startblöcken gekommen.

Im Corona-Jahr 2020 halten uns indes Online und elektronische Kommunikationsplattformen gut über Wasser. Auch die Selbsthilfe. Mit BBB – BigBlueButton Plattform – macht das SHZ rundum Mut zur neuen Virtualität.Als Pionier und Scout war das Selbsthilfezentrum München seiner Zeit stets um Nasenspitzen voraus – drei Beispiele:

• Das SHZ war einer der historischen Schlüsselakteure, gegen den Widerstand politischer Parteien im Gesundheitswesen das Patienten-Empowerment zu verwurzeln. Und es damit als seine „vierte Säule“ zu etablieren, wie dereinst Gesundheitsminister Seehofer die Selbsthilfe pries.

• SHZ-Repräsentanten sind methodisch über die Ansätze der Gründerjahre weit hinausgewachsen. Etwa wenn sie sich in der Fachliteratur mit dem Selbsthilfebegriff, seiner langen Historie, Defiziten ebenso wie Alternativen kritisch auseinandersetzen2 – auch mit scharfem Blick auf die Zukunft und ihren gesellschaftspolitischen Hürden.

• So setzt sich das SHZ dafür ein, mit Trainings und Selbstversuchen, die vorwiegend in einheimischer Hand befindliche Selbsthilfe für andere Kulturen und deren Vorstellungen von Gesundheit und sozialer Interaktion zu öffnen. Selten gab es einen couragierteren Appell für Interkulturalität, heute nötiger denn je.“

Ich möchte in dem Zusammenhang an einen der Begründenden

der Gesundheitsladen-Bewegung erinnern, Rolf Schwendter, der schon damals die Lust hatte, mit dem gesprochenen Gender die Rolle der Frauen - vor allem auch im Gesundheitswesen herauszuheben, und im Umfeld der AG SPAK und der Selbstverwalteten Betriebe und Projekte den Gesundheitstag in Kassel auf die Beine stellte,

der in der Bewegung der Gesundheits- und Wissenschaftsläden und die Zukunftswerkstätten von Robert Jungk die positive Stimmung der siebziger Jahre verfestigte - bevor die „geistig-moralische Wende“ der schwarzen Kofferträger Kohl und Schäuble auf Bundesebene mit einer „Gesundheitsreform“ das System der Abzocke verwirklichte, wie wir es seit F.J. Strauß und Nachfolgenden in Bayern schon lange hatten.

Prof. DDDr. Rolf Schwendter müsste ich heute wieder schreiben, wo so viel falscher Adel aus Papieren gewonnen wird, er hätte mit Abscheu seine Dreadlocks geschüttelt, bevor er wieder zur Kindertrommel das Lied aus einer Evangelischen Akademie angestimmt hätte:

Die gesamte Studie ist erschienen unter =>

https://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/68058/ssoar-2020-goede-Tandems_of_lay_experts_and.pdf (in english)

Sie erläutert die Entstehung und Rolle der Selbsthilfe im Tandem der Zusammenarbeit von Betroffenen und Experten, vor allem am Beispiel der Münchner Angstselbsthilfe, die durch gute Streuung zur Deutschen Angstselbsthilfe mit einer eigenen Zeitschrift führte: https://www.angstselbsthilfe.de/wp-content/uploads/2016/01/130.pdf und https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13692866.html sowie https://en.wikipedia.org/wiki/Theme-centered_interaction

Die Uni Mannheim am Lehrstuhl Psychologie hat im Mai 21 zu einem Online Symposion eingeladen. https://www.uni-mannheim.de/news/symposium/

Hier meine ersten Ideen, werden als Ausführungen noch bearbeitet: https://selbstorganisation-muc.blogspot.com/2021/03/selbsthilfe-aus-der-gesundheitsladen.html

2019 wurden bayernweit insgesamt 2.366 Selbsthilfegruppen

von den gesetzlichen Krankenkassen nach § 20h SGB V gefördert. Vorbildlich agieren auf örtlicher Ebene 93 aus dem Kreis der geförderten Gruppen benannte Selbsthilfevertreter*innen an dreizehn Regionalen Runden Tischen.

Analog zur Beteiligung auf Bundesebene konnten sich auf örtlicher Ebe-ne Betroffene aus Selbsthilfegruppen beteiligen, die einem der maßgeblichen Spitzenverbände der Selbsthilfe angehören beziehungsweise sich diesem zuordnen (Suchtgruppen der Koordinierungsstelle der bayerischen Suchthilfe KBS, Chronisch Kranke und Menschen mit Behinderungen der LAG SELBSTHILFE, Mitglieder des Paritätischen beim Paritätischen Landesverband und alle freien Gruppen ohne Verbandszugehörigkeit beim Verein Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V.).

So ist gewährleistet, dass die beratende Beteiligung in allen Regionen die Vielfalt der Selbsthilfegruppen widerspiegelt. https://www.shz-muenchen.de/fileadmin/shz/downloads/einBlick/Einblick_2020-4.pdf

Die bisherigen „Schulen der Demokratie“ erzählten uns von Parteien und Bürgerbeteiligung.

Wir brauchen nun eine Hochschule der Demokratie

selbsthilfe.1619467517.txt.gz · Zuletzt geändert: 2021/04/26 22:05 von fritz